Köstliches Bauernbrot zum kräftigen Reinbeißen

von Karl Brodschneider

Eine Expertenjury ermittelte in neun Kategorien die besten bäuerlichen Brote – beginnend vom klassischen Bauernbrot bis zum Dinkelbrot.

Schon zum 23. Mal veranstaltete die steirische Landwirtschaftskammer die Bauernbrot-Landesprämierung. Wie Eva Lipp, Brotexpertin und Verkostungsleiterin, informierte, nahmen heuer 70 Betriebe daran teil. Darunter waren auch einige Teilnehmer aus dem Burgenland und Niederösterreich. Insgesamt wurden neun Landessiege vergeben.

Der Sieg in der Kategorie „Bauernbrot“ ging an Irina Hofbauer aus Krieglach. Das beste „Bauernbrot vom Holzofen“ buken Daniela und Markus Holzer aus Riegersbach. Andrea Potzinger-Wurzer aus Gschmaier gewann den Bewerb „Brot mit Ölsaaten“. Maria und Franz Nigitz aus Takern II freuten sich mit ihrem Vollkornbrot über einen Landessieg. Das Weingut Weber in Lestein war mit seinem Dinkelbrot erfolgreich.

Andreas Fritz aus Edelschrott gewann in der Kategorie „Innovative Brote“. Anna Zenz aus Marchtring setzte sich im Bewerb der Nachwuchsbäckerinnen durch. Auch zwei Fachschulen reihten sich in die Liste der Sieger. Die eine ist die Fachschule Maria Lankowitz (gesunde Schuljause), die andere die Fachschule Hartberg (kreative Brote).

Brot steht spätestens seit der Corona-Krise wieder als Sinnbild für die „Versorgungssicherheit“. Die Konsumenten legen großen Wert auf beste Qualität. „Brot ist in erster Linie ein ganz starkes Symbol für das tägliche Brot. Die Landwirtschaft hat scheinbar die Corona-Krise gebraucht, um als systemrelevant gesehen zu werden.  Mit dem Symbol des Brotes wollen wir den Wert der heimischen Landwirtschaft noch besser unterstreichen“, ist Landesbäuerin Gusti Maier überzeugt.

Der Trend zum Selberbacken steigt. Ein Hype, der durch Corona befeuert wurde und alle Altersgruppen, vor allem auch die Jugend, begeistert. „Die Sorge um das ‚tägliche Brot‘ war auf einmal groß und Germ schon sehr bald Mangelware. Aber durch die Verwendung von echtem Natursauerteig erübrigt sich die Sorge um die Germ und als positiver Nebeneffekt wird das Brot wird zudem wesentlich bekömmlicher“, so Landesbäuerin Gusti Maier.

Brotvielfalt

Mehlmischungen, Backzubereitungen oder künstliche Zusatzstoffe, die zu einem weltweiten Einheitsgeschmack sowie neutralen Broten führen, lehnt Brotexpertin Eva Lipp kategorisch ab und betont: „Unsere Brotbäuerinnen leben Natürlichkeit, Regionalität und individuellen Geschmack sowie Vielfalt.“ Und weiter: „Die Brotvielfalt ist ein einzigartiges Kulturgut, steht durch die natürlichen Zutaten im Einklang mit den Jahreszeiten und wird durch die von Hof zu Hof unterschiedlichen Hausrezepte erhalten. Die Brotprämierung leistet einen wichtigen Beitrag, die Brotvielfalt zu pflegen, zu erweitern und die Brotqualität zu steigern.“

80 Prüfkriterien

Eine Experten-Jury testete und beurteilte die eingereichten Brote nach mehr als 80 Prüfkriterien. „Unsere langjährige Erfahrung mit dem Bewertungssystem und die unglaublich vielen sensorischen Erfahrungen lassen unsere Verkoster zu wahren Brotexperten werden“, sagte Lipp. Bei der Beurteilung geht es um das optische Erscheinungsbild des ganzen Brotes und um eine gleichmäßige Krume. Außerdem werden auch die Kaubarkeit und vor allem – ganz wichtig – der Geschmack bewertet.

Nur Brote mit natürlichen Zutaten aus der Region und nach individuellen Hausrezepten gebacken, stehen auf dem Prüfstand der Landes-Brotprämierung. Die bei der Landesbrotprämierung gezeigten Qualitäten, die geschmackliche Vielfalt sowie die zahlreichen Innovationen sind ein starkes Statement der heimischen Bäuerinnen gegen den industriellen Einheitsgeschmack, Geschmacksverstärker und künstliche Zusatzstoffe.

Die Landessiegerbrote sowie die ausgezeichneten Brote sind für die Konsumenten eindeutig erkennbar: Die Brot-Bäuerinnen umwickeln sie mit der Prämierungsschleife „Brotprämierung 2020 der Landwirtschaftskammer Steiermark“. Diese Brote garantieren höchste Qualität, außerdem stimmt der Preis. Erhältlich sind Prämierungsbrote ab Hof, auf Bauernmärkten und in Hofläden.

Eine offizielle gemeinsame Siegerprämierung gibt es heuer nicht. Eine solche fand in den letzten Jahren immer im Zuge der Leibnitzer Weinwoche statt. Diese findet wegen der Corona-Krise heuer nicht statt. Aber Maier und Lipp haben schon einen Plan. Sie wollen kleine Veranstaltungen in den Regionen durchführen und dort die Sieger vor den Vorhang holen.

 

Beitragsfoto: LK/Foto Fischer

 

 

 

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