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Vier Mathias und ein Florian

von Karl Brodschneider

Die Steiermärkische Sparkasse führte den Jungwinzer-Wettbewerb durch. Drei der fünf Sieger kommen aus Leutschach an der Weinstraße.

 

Aus den Wein-Wettbewerben ist der Jungwinzer-Bewerb der Steiermärkischen Sparkasse nicht mehr wegzudenken. Er fand heuer bereits zum 21. Mal statt. Bei der Prämierung der Siegerweine begründete Vorstand Oliver Kröpfl das Engagement der Bank: „Junge Unternehmer auf ihrem Weg zu begleiten und zu fördern, ist nicht nur das Credo der Steiermärkischen Sparkasse, sondern ein besonderes Herzensanliegen. Und so ist es seit vielen Jahren gelebte Tradition, die junge heimische Weinwirtschaft als verlässliche Partnerin zu unterstützen.“

Um an diesem Bewerb teilnehmen zu können, muss man zum Zeitpunkt der Einreichung zwischen 18 und 30 Jahre alt, muss im Weinbaubetrieb voll beschäftigt sein und maßgeblich für die Weinbereitung verantwortlich sein. Heuer stellten sich 65 junge Winzer und Winzerinnen mit 193 eingereichten Proben dem Vergleich. Die Finalverkostung leitete Direktor Reinhold Holler von der Fachschule Silberberg.

Der Sieg in der Kategorie Welschriesling ging an Mathias Lamprecht aus Leutschach an der Weinstraße. Seine Philosophie lautet: „Wein zu machen heißt, das Klima und den Boden zu verstehen und mit ihren Besonderheiten umgehen zu können, denn am Ende entscheidet die Natur.“

Matthias Leitner aus Ilztal gewann in der Kategorie Muskateller. Der junge Weinbauer weiß: „Nur durch ehrlich, genaue Arbeit im Weingarten und saubere Verarbeitung im Keller kann entstehen, was ich mir vorstelle. Es gehört nicht nur Wissen dazu, sondern auch ein gutes Gefühl und Vertrauen in die Natur und in das Produkt, den Wein.“

Erfahrung der Vorfahren

Mathias Lieleg aus Leutschach an der Weinstraße wurde für seinen Sauvignon Blanc ausgezeichnet. Der junge Mann gibt sich sehr zielorientiert: „Mit der Erfahrung meiner Vorfahren im Betrieb und mit dem modernen, aktuellen Wissen der Weinbranche möchte ich nur wenige Handgriffe in den Weingärten und im Keller durchführen, um naturnahe Weine mit höchster Qualität herzustellen. Weniger ist mehr.“

Und noch ein Mathias trug sich in die Siegerliste ein, nämlich Mathias Weber aus St. Stefan ob Stainz mit seinem Schilcher. Er lässt wissen: „Mit der Natur Hand in Hand, möglichst nachhaltig den steirischen Wein auf das Standing bringen, das ihm gebührt. Allen voran den Schilcher, den fruchtigsten Rose weltweit.“

Bei den Rotweinen gewann Florian Lieleg, der Bruder von Mathias Lieleg, mit seinem Zweigelt Barrique 2018. Er holte sich bei diesem Jungwinzerbewerb schon vier Mal den Sieg. Entsprechend klar definiert er seine Philosophie: „Fundiertes Wissen, viel Gespür und ein harmonisches, nachhaltiges Arbeiten im Einklang mit der Natur sind für mich Grundpfeiler, um erlesene Weine mit höchsten Trinkgenuss herzustellen.“

Ballwein beim „Steirerball“

Die Sieger und Finalisten profitieren auf mehreren Ebenen von diesem Bewerb. Die Steiermärkische Sparkasse kauft von ihnen mindestens 3000 Flaschen Wein ab und baut sie in Kooperationen ein. Das sind zum Beispiel der Jungwinzer-Weinstand bei der „Steirischen Roas“ oder eine Weinverkostung im Oktober in Wien. Dort gibt es eine eigene Prämierung der teilnehmenden Jungwinzer. Der dabei ermittelte Siegerwein ist dann der Ballwein beim „Steirerball“ in Wien im Jahr 2023.

 

Beitragsfoto: Margit Kundigraber 

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