Ruheoase ist gefragt

Was ist wichtig im Immobilienland Steiermark? Die beiden Profis Margot Clement und Helmut Bachler im NEUES LAND-Interview.

NEUES LAND: Gibt es bei Immobilien einen „Trend zurück aufs Land“?

Margot Clement: Der steirische Markt für Immobilien zeigt zwei große Tendenzen. Einerseits einen starken Zuzug in die Ballungsräume und auf der anderen Seite steht der Wunsch vieler Kunden, ins Grüne zu ziehen und sich fernab der Stadt eine Ruheoase zu suchen und einen nachhaltigen Lebensstil zu verwirklichen. Überdies wird dieser Wunsch oft von dem Ziel, Tiere zu halten und Nahrungsmittel teilweise selbst herzustellen, begleitet.

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Margot Clement

Margot Clement. Foto: Karl Schrotter Photograph

 

NL: Wo suchen die Kunden diese Ruheoasen und welche Immobilien kommen infrage?

Helmut Bachler: Wohnhäuser mit Nebengebäuden und einem großen Grundstück, auch gerne mit Wald, sind sehr gefragt. Diese kleineren Landwirtschaften werden grundsätzlich steiermarkweit gesucht, wobei die Süd-, Ost- und Weststeiermark stärker nachgefragt wird.

Helmut Bachler

Helmut Bachler. Foto: Karl Schrotter Photograph

NL: Wie gefragt sind Bauernhöfe?

Bachler: Liegenschaften bis  etwa drei Hektar Grundfläche sind sehr beliebt, geht es über diese Größe hinaus und wird die Bewirtschaftung zum Vollzeitjob, sinkt die Nachfrage deutlich. Die Gebäude selbst können durchaus sanierungsbedürftig sein. Ein wichtiges Entscheidungskriterium ist die Zufahrt zum Hof. Die muss mit einem durchschnittlichen Fahrzeug bewältigbar sein.

NL: Wie wirkt sich dabei die Lage aus?

Clement: Kunden, die ein solches Objekt suchen, bevorzugen eindeutig eine Alleinlage, optimalerweise in erhöhten Lagen. Wenig nachgefragt sind Höfe, die sich im Ortskern oder Dorfgebiet befinden.

NL: Wie entwickeln sich da die Preise?

Bachler: Die Preise steigen in diesem Segment leicht an. Der Wert einer Liegenschaft muss aber immer im Einzelfall bewertet werden und hängt von vielen Einflussfaktoren ab.

NL: Können Sie einen Tipp geben, wie man den höchsten Preis im Verkauf erzielt?

Bachler: Das wichtigste ist, einen realistischen Verkaufspreis anzusetzen. Dieser kann durch Immobilienexperten sehr präzise ermittelt werden. Der größte Fehler ist, mit einem zu hohen Preis auf den Markt zu gehen und diesen dann scheibchenweise senken zu müssen, weil die Nachfrage ausbleibt.

NL: Was raten Sie Kaufinteressenten?

Clement: Sich umfassend über das Objekt informieren und durch den Eigentümer oder Makler aufklären lassen. Dabei gibt es einiges zu beachten, etwa Flächenwidmung, Rechte und Lasten des Grundstücks, Möglichkeiten weiterer Bebauung und vieles mehr. Die neutrale Beratung durch einen Dritten, etwa einen Immobilienmakler, ist in diesem Fall wirklich bares Geld wert, beugt teuren Fehlern und Irrtümern vor.

 

Zu den Interviewpartnern

Mag. Margot Clement, Geschäftsführerin der Immobilienfirma RE/MAX for all in Graz, Conrad von Hötzendorfstraße 37a, 0664/5010463

Helmut Bachler, Immobilienspezialist Landwirtschaften, RE/MAX for all, Graz, Conrad von Hötzendorfstraße 37a, 0699/15915134

 

Beitragsbild: vadim yerifeyev – stock.adobe.com

 

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