Gemüsegarten mit Fruchtfolge

von Gernot Zenz

Nicht nur am Acker, auch im Garten kann planvolles und bewusstes Anpflanzen die Erträge wesentlich steigern.

Schon seit dem Mittelalter wissen wir, dass jede Pflanze ihren eigenen Nährstoffbedarf hat und die Böden dementsprechend belastet. Deshalb hat es sich bewährt, unterschiedliche Pflanzen in einer bestimmten Fruchtfolge am selben Stück Boden zu pflanzen. Im Gemüsegarten ist das natürlich nicht anders. Es gibt Pflanzen, die dem Boden viele Nährstoffe entziehen, sogenannte Starkzehrer, und solche, die weniger Nährstoffe brauchen. Diese werden Mittel- und Schwachzehrer genannt. Zu den Starkzehrern gehören unter anderem Erdäpfel, Gurken, Kraut, Karfiol, Sprossenkohl, Grünkohl, Brokkoli , Kürbis, Melanzani, Paprika, Paradeiser, Rhabarber, Sellerie oder Zucchini. Mittelzehrer sind zum Beispiel Chinakohl, Endiviensalat, Erdbeere, Fenchel, Karotten, Knoblauch, Kohlrabi, Lauch, Mangold, Pastinaken, Radicciosalat, Radieschen, Rote Rüben, Schwarzwurzeln, Stangenbohnen, Zuckerhut und Zwiebel.

Zu den Schwachzehrern gehören Buschbohnen, Erbsen, Kopf- und Vogerlsalat, Kräuter, Salat, Spinat und auch Sommerblumen. Für die Fruchtfolge im Gemüsegarten sollte dieser in vier etwa gleich große Bereiche unterteilt werden. Jeweils für Stark-, Mittel- und Schwachzehrer sowie ein Bereich zur Erholung des Bodens. Auf diesem kann Buchweizen, Gelbsenf, Klee, Ringelblume oder auch Spinat angebaut werden. Sie sind Gründüngungspflanzen, die eine positive Wirkung auf den Boden haben. 

Vorsicht bei Verwandtschaft

Das Starkzehrer-Beet muss im Frühjahr vor dem Anpflanzen gut mit Nährstoffen versorgt werden. Dafür sorgen vier bis sechs Liter Kompost pro Quadratmeter. Für den Bereich der Mittelzehrer reicht etwa die Hälfte an Kompost, bei den Schwachzehrern etwa 1,5 Liter pro Quadratmeter. Der vierte Bereich braucht keine extra Düngung. Einfach nur Gründüngungspflanzen säen. Ab dem zweiten Jahr geht es dann mit der Fruchtfolge los. Im ehemaligen Starkzehrer-Bereich werden dann die Mittelzehrer gepflanzt. Beim Mittelzehrer-Bereich Schwachzehrer und aus dem Schwachzehrer-Beet wird das für die Gründünger. Der Gründünger-Bereich wird das neue Starkzehrer-Beet. Das wiederholt sich dann Jahr für Jahr.

Verwandte Pflanzen sollten übrigens nicht hintereinander auf demselben Beet angebaut werden, weil sie anfällig für die gleichen Krankheiten sind. Also zum Beispiel nach dem Starkzehrer Karfiol nicht den Mittelzehrer Chinakohl setzen, weil beide zur Familie der Kreuzblütler gehören. Die Fruchtfolge im Gemüsegarten macht zwar anfangs ein bisschen Mühe und braucht etwas Knowh-how, dieser Aufwand wird aber im Normalfall mit steigenden Erträgen belohnt.

Beitragsbild: Viktor Pravdica-stock.adobe.com

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