„Fairplay statt Preisdrückerei!“

Marktmacht dürfe, so LK-Präsident Franz Titschenbacher zum Welt-Milchtag, nicht auf den Rücken der Bauern ausgespielt werden.

 

Aus Anlass des Weltmilchtages verwies der Präsident der Landwirtschaftskammer, Franz Titschenbacher, auf eine höchst unbefriedigende Situation: Während die Kosten für die wichtigsten Betriebsmittel wie Energie, Futter und Maschinen in den vergangenen zehn Jahren um 70 Prozent gestiegen sind, haben die Bauernmilchpreise im selben Zeitraum um bescheidene 25 Prozent angezogen. Titschenbacher: „Daher erwarten die heimischen Milchbauern wieder steigende Erzeugermilchpreise für ihre gentechnikfrei hergestellte Milch, die unter erschwerten Bedingungen überwiegend in den benachteiligten Berggebieten hergestellt wird und eine sichere, hervorragende Qualität hat.“

Präsident Franz Titschenbacher (4)

Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Titschenbacher

Der Milchmarkt entwickelt sich, so der Preäsident, insgesamt positiv. Die Nachfrage im Export hält an und steigt von Jahr zu Jahr, die Anlieferung ist rückläufig, es gibt keine Lagerbestände und der weltweite Pro-Kopf-Verbrauch erhöht sich nach wie vor. Außerdem hat Österreich  mit der gentechnikfreien Milchproduktion eine europäische Alleinstellung.

Der durchschnittliche Erzeugermilchpreis liegt jedoch mit aktuell 32,15 Cent pro Kilo um rund sieben Cent unter den Vorjahreswerten. Dazu Titschenbacher: „Es gibt überhaupt keinen Grund den Milchpreis zu senken. Der hochkonzentrierte Lebensmittelhandel darf seine Marktmacht nicht auf den Rücken der Bauern ausspielen. Ich verlange Faiplay statt Preisdrückerei!“

 

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Mehr für die Bauern fordert Titschenbacher.

 

Seit dem EU-Beitritt im Jahre 1995 sind die milchwirtschaftlichen Exporte um nicht weniger als 865 Prozent gestiegen. Auch die Importe haben zugenommen, entscheidend ist aber, dass die österreichische Molkereiwirtschaft mengenmäßig mehr und vor allem zu einem höheren Preis österreichische Waren exportieren konnte, als ausländische Ware nach Österreich eingeführt worden ist. So konnte, selbst im schwierigen Jahr 2014 (Russland-Krise) ein Handelsbilanzüberschuss im Wert von rund 450 Millionen Euro erwirtschaftet werden.

 

Das letzte Quotenjahr 2014/15 endet, so Titschenbacher, für viele österreichische Milcherzeuger mit einem „sehr, sehr bitteren Beigeschmack“. Es wird mit einer Rekord-Überschussabgabe von über 44 Millionen Euro gerechnet. Wie hoch die einzelbetriebliche Abgabe sein wird, steht noch nicht fest. Experten erwarten rund 22 Cent. Titschenbacher: „Das belastet unsere Betriebe unnötig. Ich erwarte mir, dass die eingehoben Abgaben zumindest den Milchsektor zugutekommen!“

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