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Trend zu mehr Technik

von Karlheinz Lind

Automatische Melksysteme, also Melkroboter, sind bei uns weiter auf dem Vormarsch. Das wird auch für kleinere Betriebe interessant.

Die tägliche Melkarbeit zählt auf den heimischen Milchviehbetrieben zu den größten Herausforderungen, denn sie bindet enorme Arbeitsressourcen. Aus diesem Grund verstärkt sich auch der Trend hin zu automatischen Melksystemen (AMS), sogenannten Melkrobotern. Dies lässt sich auch mit Zahlen eindrucksvoll beweisen. Wurden im Jahr 2020 bundesweit noch 181 neue Anlagen installiert und damit ein Plus von 20 Prozent erreicht, so entschieden sich im Jahr darauf bereits 313 Betriebe für ein AMS.

Im Schnitt melkt ein automatisches Melksystem 54 Kühe. Die meisten Anlagen stehen derzeit mit 599 auf oberösterreichischen Betrieben und stellen damit fast die Hälfte aller Anlagen. Es folgen die Bundesländer Niederösterreich mit 265 Anlagen beziehungsweise einem Anteil von 19 Prozent sowie die Steiermark mit 219 Anlagen. Das sind 16 Prozent aller Melkroboter in Österreich.

Vorteile

Den größten Vorteil sehen die heimischen AMS-Betriebe in der höheren Flexibilität bei den betrieblichen Arbeitsabläufen. Dies bestätigt auch Thomas Gschier, Obmann des Verbandes Bio Ernte Steiermark und leidenschaftlicher Milchbauer in Mantscha: „Wir haben 2012 in einen Melkroboter investiert und diese Entscheidung nie bereut. Aufgrund der interessanten Fördersituation haben wir im vergangenen Jahr auf ein neues Modell – wieder von DeLaval – gewechselt.“

Problemlos

Dabei lobt Gschier die technische Weiterentwicklung: „Das neue Modell hat eine bessere Kamera und das Anstecken funktioniert noch schneller und problemloser.“ Die hinterlegten Daten werden beim Betreten der Kuh abgerufen und beschleunigen somit den Melkvorgang. Begeistert zeigt sich der Landwirt auch von der Milchanalyse über das Melksystem. Damit kann automatisch festgestellt werden, ob eine Kuh stiert oder bereits trächtig ist. „Das ist ebenfalls eine enorme Arbeitserleichterung für uns am Hof“, so Gschier.

Insgesamt stellt auch Geschier bei Gesprächen mit Berufskollegen den Trend hin zu automatischen Melksystemen fest: „Die Arbeitskräfte auf den Höfen werden immer knapper. Da bieten AMS eine gute Alternative. Auch für kleinere Betriebe wird die Technik leistbarer, da schon viele gute Gebrauchtgeräte am Markt sind.“

Laut Rückmeldungen im Rahmen einer Umfrage des Projektes D4Dairy (www.d4dairy.com) im Jahr 2020 bei knapp 3000 Betrieben haben 24 Prozent angegeben, in den nächsten zehn Jahren in ein automatisches Melksystem zu investieren.

Beitragsfoto: agrarfoto.com

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