Bäuerin der Woche: Maria Laschet

von NEUES LAND

Wie die Landesausstellung 1994 in Pöllau für den Betrieb von Maria Laschet einen Schub in der Direktvermarktung gebracht hat und warum sie sich in der Öffentlichkeit engagiert. Porträt verfasst von Roman Bruckner.

 

„In Pöllau fährst du beim Schloss Richtung Rabenwald, immer den Berg hinauf, dann links halten nach Hinteregg und wenn der Wald aufhört, siehst du schon unseren Hof“, erklärt Maria Laschet am Telefon. Hinteregg und Rabenwald klingen ein bisschen abgelegen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Der Hof liegt in einer wunderschönen, weiten, hügeligen Wiesenlandschaft, gemeinsam mit verstreuten anderen stattlichen Höfen. Um diese herum und entlang der Wege und Felder stehen überall großkronige Streuobstbäume. Im Tal sieht man nah den Ort Pöllau mit seiner mächtigen Kirche und am Gegenhang die Wallfahrtskirchen Pöllauberg und St. Anna.

Im großen Innenhof des modernen Dreiseithofes empfängt mich schon Maria Laschet mit ihrem typischen Lächeln. Der Hof ist geprägt von den hundert Rindern, die hier gehalten werden, und den vielen Streuobstbäumen, die ihn zum größten Hirschbirnenbetrieb des Pöllauertals machen.

Erste öffentliche Funktionen

In der neuen Küche aus elegantem Hirschbirnenholz erzählt mir Maria Laschet ihren Werdegang. 1987 ist sie durch die Heirat auf den Hof gekommen, damals noch ein mittlerer gemischter Betrieb. Bald darauf sind dann die Kinder Andreas, Maria und Johannes geboren worden. Was sie von ihrem elterlichen Hof, der nur zehn Kilometer entfernt gelegen war, nicht gekannt hat, waren das gesellschaftliche Engagement und die Innovationskraft ihres Mannes Hans Laschet. Sie hat sich davon bald anstecken lassen und begonnen, öffentliche Funktionen wie Pfarrgemeinderätin, Ortsbäuerin, Elternvertreterin und einiges mehr zu übernehmen. Die Maschinenring-Geschäftsführung war im Haus, da Hans ihn ja zusammen mit Alois Pöltl leitete.

1994 war ein prägendes Jahr. Die sehr erfolgreiche Landesausstellung in Pöllau benötigte typisch bäuerliche Produkte. Das brachte einen unheimlichen Schub für die Direktvermarktung. Der Pöllauer Bauernladen wurde gegründet und wer war an vorderster Stelle dabei, natürlich Maria. Sie produziert bis heute eine große Vielfalt an Hirschbirnenprodukte. Den auch heute noch erfolgreichen Bauernladen führt sie als Vorstandsmitglied zusammen mit einigen anderen innovativen Bäuerinnen und Bauern der Region.

Kammermedaille in Bronze

Mittlerweile sind die Kinder groß geworden – alle gut ausgebildet, die Burschen sowie der Papa in der Fachschule Kirchberg, die Tochter in der fünfjährigen HLW. Andreas ist als zukünftige Hofübernehmer bereits Landwirtschaftsmeister und Johannes Landtechnikmeister. Seit dem Jahr 2000 ist Maria die alleinige Betriebsleiterin. In der Realität wird der Hof von allen gemeinsam geführt, im Stall hat Andreas schon länger das Ruder übernommen. Ehemann Hans arbeitet in allen Bereichen, seine Leidenschaft ist aber das Schnapsbrennen, wo er auch schon Landessiege erzielt hat. Maria ist mittlerweile Ortsbäuerin für das gesamte Pöllauertal und auch im Bäuerinnenbeirat für den Bezirk Hartberg-Fürstenfeld tätig. Als große Anerkennung für ihren Einsatz für die Landwirtschaft und die Region hat sie vor kurzem die Kammermedaille in Bronze der steirischen Landwirtschaftskammer erhalten.

Natürlich wird am Laschet-Hof schon über die Hofübergabe nachgedacht. Maria freut sich darauf, wenn die Jungen übernehmen und sie sich dann mehr um die Enkelkinder und um ihren geliebten Garten kümmern kann. Als gläubiger Mensch ist ihr Motto, nicht nur in der Kirche beten, sondern aktiv für die anderen da sein. Das hat ihr bisheriges Leben geprägt und wird wohl immer so bleiben.

 

Zur Person

Maria Laschet wohnt in 8250 Pöllau, Hinteregg 9. Sie ist verheiratet und hat drei Kinder. Der Bauernhof mit 44 ha LN (inklusive Pachtflächen), 3 ha Streuobst und 10 ha Wald ist ein Rinderzuchtbetrieb mit 45 Milchkühen plus Nachzucht und seit mehr als zehn Jahren im Arbeitskreis Milchproduktion. Die Direktvermarktung beschäftigt sich vor allem mit Edelbränden sowie Saft und Most von der Hirschbirne.

 

Beitragsfoto: Roman Bruckner

 

 

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