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Route 66: Von Ilz bis nach St. Veit

von Karl Brodschneider

Die Route 66 im Steirischen Vulkanland soll künftig ein Top-Angebot für Genießer sein und wird auch von vielen Bauern geprägt.

 

Sie reicht von Ilz entlang der B 66 bis nach Bad Radkersburg und weiter bis nach St. Veit in der Südsteiermark. Ihr Name ist „Route 66 – Straße der Lebenslust“. Schon diese Bezeichnung löst bei vielen eine Irritation aus. Das glaubt auch Markentwickler Roman Schmidt: „Schließlich ist die Route 66 ein fast 4000 Kilometer langer Highway, der quer durch die USA läuft.“ Aber gerade in dieser Namensgebung liegt Absicht. „Unsere Straße löst nämlich auch Spannung und Neugierde aus“, so Schmidt.

Künstlerisch gestaltet

Die 86 Kilometer lange „Straße der Lebenslust“ ist das neueste Projekt im Steirischen Vulkanland und vielleicht das aufsehenerregendste. „Wir wollen diese Straße jetzt auch international vermarkten“, kündigt Vulkanland-Obmann Josef Ober an und nennt zwei Gründe, warum er vom Erfolg restlos überzeugt ist. „Nirgendwo in Europa findet man auf derart engem Raum eine solche Vielzahl an kulinarischen Top-Angeboten wie hier“, betont Ober. Bis zum Jahr 2025 sollen entlang der Straße 60 Erlebnismanufakturen und 20 Erlebniseinkauf-Orte vom Gast angesteuert werden können.

Auf diese Betriebe machen künstlerisch gestaltete Schilder, die wie Ortstafeln aussehen, aufmerksam. Dafür zeichnet der international bekannte Inszenierungsexperte Andrea Stern verantwortlich. Die Straße selbst ist nicht beschildert, sehr wohl aber künstlerisch inszeniert. Zurzeit macht man sich auch Gedanken darüber, wo man zwei riesengroße, auffällig gestaltete Bögen über die B 66 spannen könnte.

Der Großteil der Erlebnismanufakturen sind Bauernhöfe. Sie alle werden nach strengen Richtlinien ausgewählt. Sie müssen ganzjährig besuch- und buchbar sein sowie Führungen, Verkostungen und den Verkauf ihrer Produkte anbieten. Und sie müssen, wie Vulkanland-Geschäftsführer Michael Fend erklärt, ein Regionalitätsversprechen abgeben. „Die Menschen wollen wissen, was sie essen. Sie wollen dem Bauern, der Bäuerin, dem Meister bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen. In diesen Betrieben wird ihnen die Möglichkeit dazu gegeben“, so Geschäftsführer Fend.

Zertifikat verliehen

Auch das Ehepaar Christandl aus Feldbach bekam im Beisein von Kammerobmann Franz Uller, LK-Vizepräsidentin Maria Pein und LAbg. Franz Fartek von Vulkanlandobmann Josef Ober das Route 66-Zertifikat verliehen.

Mehr als die Hälfte der 60 geplanten Erlebnismanufakturen sind schon im Boot. Dazu zählen zum Beispiel der Bio-Aroniahof Kober in Ilz, das Weinschloss Koarl Thaller in Großwilfersdorf, der Obsthof Stangl in Edelsbach oder die Holunder-Erlebniswelt der Familie Christandl in Feldbach. Aber auch der Kürbishof Koller in Fehring, der Obsthof Haas in Gnas, der Weinhof Ulrich in St. Anna am Aigen sowie das Weingut Krispel in Straden sind kulinarische Botschafter des Steirischen Vulkanlandes.

Bekannte Namen

Wenn der Feinkostladen zum regionalen Supermarkt wird und genussvolle Spezialitäten auf Produkte des täglichen Bedarfs und der regionalen Grundversorgung treffen, ist das Ausdruck einer kulinarischen Breite, die es in dieser Dimension nur im Steirischen Vulkanland gibt. Der Erlebniseinkauf entlang der Route 66 ist für Genuss-Suchende erste Anlaufstelle.

Erlebnishof-Betriebe sind zum Beispiel das Turza Fleischerfachgeschäft in Ilz, der Bauernstadl in Feldbach, die Gesamtsteirische Vinothek in St. Anna am Aigen, die Greißlerei De Merin in Straden oder der Murkostladen in Mureck. Auch die Vulcano-Fleischwarenmanufaktur in Auersbach, die Zotter Schokoladenmanufaktur in Riegersburg sowie der Essig- und Edelbrände-Spezialist Gölles in Fehring machen mit.

Im Weißen Saal der Riegersburg bekamen die 33 Erlebnismanufakturen ihr Zertifikat überreicht. Mit dabei war auch LK-Vizepräsidentin Maria Pein. Für sie ist die Route 66 auch eine Würdigung des Wandels der Landwirtschaft von der Ressourcenproduktion zur kulinarischen Veredelung.“ LAbg. Franz Fartek – er ist zugleich Obmannstellvertreter im Steirischen Vulkanland – zeigte sich begeistert: „Die Erlebnismanufakturen und der Erlebniseinkauf sind Schaufenster für die gute regionale Entwicklung im Vulkanland.“

Eröffnung in Bad Gleichenberg

Die offizielle Eröffnung der „Route 66 – Straße der Lebenslust“ erfolgte in Bad Gleichenberg und wurde von Wirtschafts- und Tourismuslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl vorgenommen. Sie versicherte dem Obmann Josef Ober die Unterstützung der Themenstraße und betonte: „Das Vulkanland hat sich so gut entwickelt wie kaum eine andere Region in der Steiermark und Österreich.“

 

Beitragsfotos: Vulkanland/Bergmann, Brodschneider

 

 

 

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1 kommentieren

Aufmerksam1 14. Juli 2021 - 22:28

Guten Abend, hat sich schon jemand die Schilder live angesehen? Schilder der Bauern stehen neben den neuen, sehr schwer erkennbaren Vulkanland-Tafeln. Der Mehrwert dieser Tafeln ist Verkehrsbehinderung weil alle auf die Tafeln schauen und nicht wissen, was das eigentlich sein soll. Die Strasse ist keine Kunstgallerie! Die Einwohner wurden nicht gefragt ob sie die Tafeln möchten.

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