Die TKV hat Sorgen

Die Steirische TKV verfolgt mit großer Sorge die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest und beheizt jetzt sogar Wohnungen.

Mit ihren Fertigprodukten – tierisches Protein und Fette – operiert die Steirische Tierkörperverwertungsgesellschaft (TKV) auf dem Weltmarkt. Aus wirtschaftlicher Sicht funktionierte das bisher ganz gut. Seit einigen Monaten ist das anders. Aufgrund eines WTO-Urteils musste Europa die Importzölle auf Biodiesel aus Südamerika deutlich senken. Seither haben die Biodiesel-Einfuhren – zum Beispiel aus Argentinien – stark zugenommen. Das hat auch negative Auswirkungen auf die Einkommenserlöse für tierisches Fett. Als Folge davon informierte die TKV ihre Kunden – unter ihnen auch die Gemeinden – von notwendig gewordenen spürbaren Preissteigerungen. Nur so ist es möglich, den Betrieb ungestört weiterführen zu können.

Für die beiden Geschäftsführer Hermann Baumgartner und Christian Weinberger wäre es das Schlimmste, wenn man auf den eigenen Produkten sitzenbleiben würde. Am Standort in Gabersdorf wurden im Vorjahr insgesamt 44.000 Tonnen Mehl und 16.500 Tonnen Fett produziert. Eingesammelt wurde die dreifache Menge. Das Meiste stammt von Schlachthöfen. Die direkt bei den Bauern abgeholten Falltiere machten 7000 Tonnen aus. Das bei den Gemeinde-Sammelstellen angefallene Material belief sich auf 3000 Tonnen.

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Die TKV hat aber nicht nur als Wirtschaftsbetrieb mit 100 Mitarbeitern eine große Bedeutung, sondern auch in der Seuchenprävention. Dabei agiert sie als verlängerter Arm der Veterinärbehörden. Große Sorgen bereitet den beiden Geschäftsführern die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest. In diesem Zusammenhang nimmt Weinberger sogar das Wort „dramatisch“ in den Mund, denn das Auftreten eines einzigen Falles in unserer Region könnte den gesamten Fleischexport gefährden.

Der Tatsache, dass die TKV aufgrund ihrer Geruchsproblematik ein negatives Stinker-Image hat, wird seit Jahrzehnten gezielt entgegengearbeitet. Sowohl die Abwasser- als auch Abluftreinigung sind topmodern. Und schon bald werden Wohnungen, ein Spital und große Wirtschaftsbetriebe im Raum Leibnitz mit der Abwärme der TKV beheizt. Bisher wurde die Abwärme aus der Tierkörperverwertung ungenutzt in die Atmosphäre abgegeben.

 

Foto: STTKV

 

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