GPS und Vernetzung als Grundausstattung

von Gernot Zenz

Sein Thema sind die Landmaschinen: Philipp Gady über Landwirtschaft 4.0 und die Zukunft der Landtechnik-Branche.

 

 

NEUES LAND: Welche technischen Entwicklungen prägen die Landtechnik jetzt und in naher Zukunft?

Philipp Gady: Der Megatrend Digitalisierung beeinflusst natürlich auch unsere Branche. Die neuen Technologien ermöglichen es beispielsweise, die Geräteeinstellungen innerhalb eines Feldes zu ändern. Der Traktor weiß mittels GPS-Einstellung, wo er sich gerade befindet und erfasst mit entsprechenden Sensoren Nährstoffbedarf, Bodenzustand und Ertrag.

 

NL: Was bringt das?

Gady: So werden die Einstellungen, etwa Saatstärke oder Düngermenge optimiert. Insgesamt bewirken die neuen Technologien eine deutliche Verbesserung von Wirkungsgrad und Bedienkomfort. Der Ertrag wird gesteigert, wie auch die ökologische Nachhaltigkeit.  Auch das autonome Fahren immer wichtiger. Die neuen Technologien leisten einen wesentlichen Beitrag zur Professionalisierung und Optimierung der landwirtschaftlichen Betriebe, die im harten Wettbewerb schlussendlich die Nase vorne haben werden.

 

NL: Wie muss ein landwirtschaftlicher Betrieb in Zukunft technisch aufgestellt sein?

Gady: Die Betriebe werden eine Grundmaschinenausstattung benötigen. Die Spezialmaschinen werden bei entsprechender Größe und Wirtschaftlichkeit direkt vorhanden sein, ansonsten von professionellen Dienstleistern angeboten, womit sich auch neue Betriebszweige auftun werden. Maschinengemeinschaften werden abnehmen. GPS wird in Zukunft Grundausstattung sein und auch, dass die einzelnen Maschinen miteinander kommunizieren. Das wird dazu führen, dass diese Unterlagen in Zukunft Voraussetzung für die Förderungen sein werden. Unser Unternehmen ist gerade dabei, dieses Thema massiv zu forcieren und auch Vorreiter auf diesem Gebiet zu sein.

 

NL: Inwieweit ist der Hightech-Einsatz in relativ klein strukturierten Betrieben wirtschaftlich überhaupt sinnvoll?

Gady: Die Sinnhaftigkeit ist außer Frage gestellt, wenn man den ökologischen sowie den wirtschaftlichen Faktor betrachtet. Weniger Spritzmittel, weniger Saatgut, weniger Dünger, genauere Bearbeitung, höherer Wirkungsgrad, mehr Erträge, weniger Manpower und so weiter sind schlagende Argumente für hochautomatisierte Landmaschinen. Ich denke, dass in Zukunft auch in kleinstrukturierten Landwirtschaften mit Professionisten zusammengearbeitet wird. Dadurch wird die Arbeit schneller und kostengünstiger erledigt.

 

NL: Wie geht es der heimischen Landtechnik-Branche grunsätzlich?

Gady: Jenen, die ihre Hausaufgaben machen, geht es sehr gut. Auf andere kommen spannende Zeiten zu, wie überall in der Wirtschaft. Wichtig erscheint die Fokussierung auf starke Marken und Partner. Und vor allem auch auf die kontinuierliche Weiterbildung der Mitarbeiter.

 

NL: Welche Rolle spielen die Mitarbeiter dabei?

Gady: Unsere Branche ist in manchen Bereichen im Hightech-Segment angelangt. Gut ausgebildete Mitarbeiter sind zentraler Erfolgsfaktor eines Unternehmens. Ein probates Mittel gegen den mancherorts herrschenden Fachkräftemangel ist es, sie selbst auszubilden. Deshalb genießt die Lehrlingsausbildung in unserem Unternehmen einen hohen Stellenwert. Heutige Lehrlinge sind die Fachkräfte der Zukunft und haben beste Karrierechancen. Aktuell sind bei uns 50 Lehrlinge in Ausbildung.

Beitragsfoto: privat

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