Großes Aufatmen

von Karlheinz Lind

Am weltweiten Mastschweinemarkt ist die Nachfrage derzeit größer als das Angebot. Die Erzeugerpreise ziehen dadurch kräftig an.

Vorsichtiger Optimismus macht sich in diesen Tagen und Wochen bei den steirischen Schweinebauern breit. Der Grund dafür ist mehr als erfreulich. Dazu Styriabrid-Obmann Kurt Tauschmann: „Innerhalb der letzten drei Wochen konnten wir im Mastschweinebereich einen Erzeugerpreisanstieg von beachtlichen 27 Cent verzeichnen. Ich kann mich nicht erinnern, dass es so etwas schon einmal gegeben hat.“ Mit einem Basispreis von 1,59 Euro pro Kilogramm Schachtgewicht für den Landwirt ist man somit auf einem relativ hohen Niveau angelangt.

Sog aus China

Tauschmann erklärt auch den Grund für diesen rasanten Preisanstieg: „Einzig und allein die Nachfrage aus China verursachte diese für uns äußerst erfreuliche Entwicklung. Am internationalen Markt wird derzeit von Einkäufern nicht nach dem Preis bei Mastschweinen gefragt, sondern ob man die bestellte Menge auch bekommt.“ Dahinter steckt der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in China. Aktuellen Meldungen zufolge ist durch die damit einhergehenden Keulungen der Schweinebestand bereits um 20 Prozent dezimiert worden. Der Styriabrid-Chef weiter: „China ist derzeit der größte Schweineproduzent weltweit. Stimmen diese Zahlen, so würde die Weltschweinefleischproduktion in nächster Zeit um zehn Prozent sinken.“

Wie lange diese Markt- und somit auch Preisentwicklung anhalten wird, ist laut Tauschmann schwer einschätzbar: „Ich bin derzeit sehr optimistisch, jedoch noch nicht euphorisch.“ Laut europäischen Experten sind weitere Preissteigerungen bis in den Herbst möglich – hier spricht man noch einmal von 15 bis 20 Cent.

Von diesem Preisanstieg profitieren nicht nur die steirischen Mäster, auch die Ferkelerzeuger können sich freuen. Tauschmann: „Nach einem verhaltenen Preisniveau in letzter Zeit kosten die Ferkel nun auch 100 Euro.“

Beste Qualität

Landesrat Hans Seitinger freut sich mit den Schweinebauern mit und sagt: „Diese positive Entwicklung zeigt auch, dass das stetige Bemühen, die Qualität weiter zu verbessern, nun auch spürbar mehr Anerkennung findet.“ Und Seitinger weiter: „Das heißt aber auch, dass wir unsere Vorzüge wie kurze Transportwege, hohe Tierschutzstandards und die primär in Familienbetrieben erfolgte Erzeugung hervorheben müssen. Dazu wird es auch notwendig sein, eine starke gemeinsame steirische Qualitätsmarke zu entwickeln.“

In diesem Zusammenhang verachtet Seitinger die populistischen Aktivitäten des VGT beziehungsweise IST, welche immer wieder die bäuerliche Arbeit in unseren europaweit vergleichbaren kleinen Familienbetrieben diskreditieren und in ein schiefes Licht rücken.

Info: styriabrid.at

Beitragsbild: agrarfoto.com

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