Bäuerin der Woche: Melanie Schlein

von Karl Brodschneider

Melanie Schlein ist eine junge Teichwirtin mit einer guten Ausbildung und klaren Zielen. Als nächstes will sie Fischereimeisterin werden und die Online-Vermarktung vorantreiben.

 

Bei der Pressekonferenz der steirischen Landwirtschaftskammer zum Weltfrauentag saß die 19-jährige Südsteirerin Melanie Schlein an der Seite von LK-Vizepräsidentin Maria Pein und Landesbäuerin Viktoria Brandner. Dabei überraschte sie die Journalisten mit klaren Aussagen über ihre persönliche und die betriebliche Zukunft. Aber noch mehr beeindruckte sie mit ihrer spontanen Antwort, als sie gefragt wurde, ob die Tätigkeit als Teichwirtin überhaupt etwas für Frauen sei. „Wir Frauen schaffen das schon, aber eigentlich sollten alle froh sein, dass jemand weitermacht“, sagte sie.

Fachschule Halbenrain

Nach dem Besuch der Fachschule für Land- und Ernährungswirtschaft Halbenrain legte Melanie Schlein die Matura an der Benko Business School ab. Seither widmet sie sich ganz der Arbeit im elterlichen Fischzuchtbetrieb in Weixelbaum. Die drei Teiche mit einer Gesamtfläche von zwei Hektar und die Quellwasserbecken befinden sich quasi direkt vor der Haustür. „Das ist unser großer Vorteil, denn so können wir die Fischräuber wie Reiher oder Kormorane sofort verscheuchen. Und wir können die Fische ständig beobachten und erkennen sofort jede ungewöhnliche Veränderung“, lässt die junge Frau wissen.

Melanie Schlein

Das nächste große Ziel von Melanie Schlein: “Ich will Fischereimeisterin werden!”

Ihre Hauptaufgaben sind die Fischlieferungen zu den Kunden (Bauernläden, Buschenschenken, Spitzengastronomie u.a.m.) sowie die Büro- und Verpackungsarbeiten. Aber auch bei den Tätigkeiten rund um das Fangen, Schlachten und Verarbeiten der Fische wie Karpfen, Amur, Stör, Wels, Lachsforelle, Saibling oder Zander ist sie dabei. „Mein Vater führt mich Schritt für Schritt in die Schlachtung ein“, erzählt Melanie. „Sobald es geht, möchte ich die Ausbildung zur Fischerei-Meisterin machen, dafür benötige ich eine zweijährige Berufspraxis“, nennt sie ihr nächstes großes Ziel. Aber das ist nicht das einzige.

Neue Fischprodukte

Die Familie Schlein will in den nächsten zwei Jahren die Schlacht- und Verarbeitungsräume vergrößern und modernisieren. „Auch unsere Produktpalette wollen wir ausbauen. Wir wollen unsere Fische auch kalt räuchern und beizen. Wir planen eine neue Website, einen zeitgemäßen Social-Media-Auftritt und einen Online-Shop. Da ist noch viel Luft nach oben“, sagt die zielstrebige Südsteirerin. Noch einmal steht die Frage im Raum, ob das für eine junge Frau nicht alles zu viel ist. Und wieder verblüfft sie mit ihrer Antwort: „Eigentlich ist es besser, wenn man unterschätzt wird, denn so kann man sich beweisen. So etwas spornt mich besonders an.“

Unter den steirischen Teichwirten hat sich die Familie Schlein längst schon einen Namen gemacht. Das beweisen die zahlreichen Urkunden und Medaillen, die im Verkaufsraum hängen. Darunter sticht die Auszeichnung zum „Fischkaiser“ im Jahr 2016 mit der gebeizten Seeforelle besonders hervor. Und erst vor kurzem belegte der Betrieb von Josef und Hermelinde Schlein bei der von der steirischen Landwirtschaftskammer durchgeführten Wahl zum „Bauernhof des Jahres“ den dritten Platz.

Klavierspielerin

Auf die Frage, ob das Angeln zu ihren Hobbys zählt, winkt Melanie Schlein lachend ab: „Das muss wirklich nicht sein, wenn man schon den ganzen Tag mit den verschiedensten Fischen zu tun hat.“ Sie nennt aber das Klavierspielen, Sport und Zeichnen als ihre Hobbys – und natürlich das Zusammenkommen mit Freunden.

Zur Person

Melanie Schlein (19) ist in Weixelbaum 88, 8483 Deutsch Goritz daheim. Sie ist Absolventin der Fachschule für Land- und Ernährungswirtschaft Halbenrain und legte dann die Matura an der Benko Business School ab. Von Beruf ist sie Teichwirtin. Kontakt: melanie.schlein@gmx.at

 

Beitragsfotos: Brodschneider

 

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