Bäuerin der Woche: Petra Spanner

von NEUES LAND

Ihr großes Interesse an den Pflanzen aller Art und ihre Kompetenz kommen der Gemüsebäuerin Petra Spanner bei ihrer Arbeit voll zugute. Ihre Spezialität sind die Salatgurken. Porträt verfasst von Roman Bruckner.

 

Von der Autobahnabfahrt Ilz geht es noch einen Kilometer in der Ebene Richtung Ilz. In Neudorf führt die Straße hinauf ins typische oststeirische Hügelland nach Reigersberg. Es gibt dort viel Obst- und Weinbauern, aber auch einen großen Gemüsebaubetrieb, nämlich den Hof der Familie Spanner. Hier bearbeiten Petra und Wolfgang zusammen mit ausländischen Erntehelfern eine Gemüsebaufläche von ungefähr 20 Hektar, dazu kommen 5 Hektar Holunder und 15 Hektar Ackerbaukulturen. In zehn Folientunnel mit einer Fläche von etwa einem Hektar werden Salatgurken erzeugt. Auf ungefähr 20 Hektar wachsen Kopfsalat, meist Grazer Krauthäuptel, und Chinakohl.

Für die heute 48 Jahre alte Bäuerin war der Gemüsebau Neuland, als sie von Krottendorf bei Weiz nach Reigersberg gezogen ist. Zuvor hatte sie eine fünfjährige HLW mit Matura in Weiz abgeschlossen und einige Jahre beim AMS gearbeitet. Sie und ihr Mann haben drei Kinder, zwei Mädchen und einen Buben. Die Älteste ist 24 und der Jüngste 13 Jahre alt.

Herrin der Salatgurken

Die große Leidenschaft der sympathischen Oststeirerin sind Pflanzen. Sie liest sehr gerne, vor allem Bücher über Pflanzen und Gartenbau. Sie hegt und pflegt verschiedenste Blumen und Kräuterpflanzen und natürlich die vielen Gemüsekulturen in Betrieb. Ihr Reich sind da vor allem die Folientunnel, die alle mit Salatgurken bepflanzt sind, da ist sie die eindeutige Chefin. Die Salatgurke ist eine anspruchsvolle Kultur und braucht viel Knowhow und Können. Die Gurken werden nämlich am Betrieb veredelt. Das heißt: auf eine Kürbispflanze wird eine Gurkenedelsorte aufgepfropft. „Nach dem Veredeln sind die Pflanzen extrem empfindlich, da brauchen sie viel Feuchtigkeit und Wärme“, erklärt die Spezialistin. Nach vier Wochen sind die Gurkenpflanzen fertig und kommen hinaus in die unbeheizten Folientunnel. Aber auch da draußen werden sie jeden Tag gehegt und gepflegt. Natürlich kommt es jetzt auch zur Ernte – und das von Mai bis Oktober. 15 bis 20 Salatgurken liefert so eine Pflanze, sie müssen mindestens 300 Gramm schwer sein.

Am Spannerhof beginnt der normale Arbeitstag um fünf Uhr. Die Bäuerin versorgt zuerst die Kinder, dann wird für Mittag vorgekocht und die Hausarbeit verrichtet. Um diese Zeit ist ihr Mann mit den Erntehelfern bereits auf den Salatfeldern. Um 8.30 Uhr geht sie dann in den Betrieb, meistens in die Gurkentunnel. Sie hilft aber auch beim Salatsetzen und Hacken. Zu Mittag bereitet sie das Essen für die Familie zu. Dann geht es wieder hinaus in den Betrieb, bis es Abend wird.   

Erntehelfer

Natürlich sind die Erntehelfer für die Familie Spanner sehr wichtig. Sie kommen meistens aus Rumänien. Im Winter sind es zwei, im Frühjahr vier und in der vollen Erntezeit sechs. Sie müssen genau angelernt werden. Das Auto- und Traktorfahren ist für sie oft Neuland und die deutsche Sprache verstehen nur wenige. Die Abnehmer für das schöne und gesunde Gemüse der Familie Spanner sind zwei Händler im Grazer Raum. Diese wiederum beliefern die großen Supermarktketten.

Trotz der vielen Arbeit und auch Sorgen, vor allem mit dem Wetter und diversen Pflanzenkrankheiten, ist Petra Spanner sehr zufrieden und gerne Gemüsebäuerin. Für die Zukunft wünscht sie sich Gesundheit und mehr Freizeit, dass sie und ihr Mann auch einmal in der Zeit, wo alles blüht, auf Urlaub fahren können.

 

Zur Person

Petra Spanner (48) wohnt in Reigersberg 33, 8262 Ilz. Verheiratet mit Wolfgang, drei Kinder. 40 Hektar LN, davon 20 Hektar Gemüse und 5 Hektar Holunder, Rest Ackerbau. Vermarktung an den Großhandel im Grazer Raum.

 

Beitragsfoto: Bruckner

 

 

 

 

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