Eine neue Vielfalt entsteht

von Robert Matzer

PIWI-Sorten könnten im Weinbau der Zukunft eine große Rolle spielen. In Haidegg fand nun die erste Verkostung, der PIWI-Weinwettbewerb, statt.

Moderne PIWI-Weine – das sind pilzwiderstandfähige Rebsorten – sind unproblematisch im Weingarten und im Keller und überzeugen zweifellos auch im Glas. Sie sind ursprünglich aus Kreuzungen zwischen Europäerreben und pilzresistenten amerikanischen Arten entstanden, mit dem Züchtungsziel, den echten und falschen Mehltau in Schach zu halten. Bei den Winzerinnen und Winzern in Österreich, speziell im Bio-Bereich, stoßen sie bereits auf reges Interesse. Das bestätigen die Zahlen der Rebveredlungen. In den beiden letzten Jahren wurden jeweils mehr als fünf Prozent PIWI-Reben hergestellt – das entspricht in etwa 100 Hektar pro Jahr. Auch in Europa ist der Trend deutlich spürbar – bereits 11.000 Hektar dieser modernen Sorten wurden bereits gepflanzt. In Deutschland können einige PIWIs schon seit Jahren als Qualitätswein vermarktet werden und in Italien diskutiert man derzeit über die Verleihung des DOC-Status.

Wettbewerb

Wolfgang Renner, Obmann von PIWI Österreich

Wolfgang Renner, Obmann von PIWI Österreich. Foto: Furgler

Eine internationale Expertenjury verkostete nun das vielfältige Angebot im Glas beim ersten Österreichischen PIWI-Weinwettbewerb an der Versuchsstation für Obst- und Weinbau in Haidegg. Wolfgang Renner, Obmann von PIWI Österreich, freut sich über die vielen Einreichungen: „Etwa 40 Betriebe haben insgesamt 111 Weine eingereicht, das liegt wirklich über unseren Erwartungen. Wir vergeben nun in sechs Kategorien einen Preis. Das sind einerseits die drei Sorten Muscaris, Souvignir Gris und Cabernet Blanc. Andererseits gibt es für die Sorten, bei denen wir weniger als zehn Weine bekommen haben, noch die Kategorien Weißwein- und Rotweinvielfalt und die archaischen Weine.“ Jetzt geht es daran, die Daten der internationalen Verkostungsjury auszuwerten. Die Gewinner werden zwar erst am 26. Juli im Rahmen des Biowein-Festivals „Vino Alpi“ in Klagenfurt präsentiert, jetzt steht aber schon fest, dass viele Sorten und Ausbauformen auf sehr hohem Niveau unterwegs sind und geschmacklich den bekannten Rebsorten in nichts nachstehen.

Die internationale Verkostungsjury

Die internationale Verkostungsjury in Haidegg war von der Vielfalt begeistert. Foto: Haidegg

Ob dieser Geschmack in Zukunft bei den Konsumenten ankommt, ist sicherlich von vielen Faktoren abhängig. Fest steht aber, dass sich die Zeiten ändern und mit ihnen auch die Ansprüche der Weingenießer. Neben dem nicht mehr zu leugnenden Klimawandel sind auch gesellschaftspolitische Forderungen nach weniger Pflanzenschutzmitteln, Herbiziden und einer klimaneutralen Produktion ein immer stärker werdendes Thema. Auch die Frage der Zulassung von Kupfer als Pflanzenschutzmittel nach 2025 könnte den Anbau von resistenten Reben weiterhin fördern. Ein selbstbewusstes und aktives Marketing wird für PIWI-Weine in den nächsten Jahren aber sicherlich notwendig sein.

Beitragsbild: Ekaterina Molchanova – stock.adobe.com

 

 

 

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