Frauen in der Gemeindestube

von Karl Brodschneider

Der Anteil der Frauen im Bürgermeisteramt bewegt sich in Österreich im einstelligen Prozentbereich, es gibt 173 Bürgermeisterinnen.

Seit zwölf Jahren treffen sich alljährlich Bürgermeisterinnen aus ganz Österreich zum Erfahrungs- und Gedankenaustausch. Heuer fand dieses Treffen in Puch bei Weiz statt. Dazu eingeladen hatte – mit Unterstützung des Gemeindebundes – Bürgermeisterin Gerlinde Schneider. Sie übt diese Funktion seit dem Jahr 2010 aus und freute sich über das Kommen vieler Kolleginnen. „Das Amt der Bürgermeisterin ist mit schönen, aber auch herausfordernden Aufgaben verbunden. Darum ist es mir wichtig, meinen Kolleginnen an diesen drei Tagen Zeit zu geben, um Energie zu tanken und sich weiterzubilden“, erklärte Schneider zu Beginn der Veranstaltung, die von Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl eröffnet wurde.

Österreich liegt mit einer Frauenquote von 8,3 Prozent (173 Bürgermeisterinnen in insgesamt 2096 Gemeinden) im europäischen Vergleich immer noch im hinteren Feld. Zum Vergleich: in Deutschland beträgt dieser Anteil knapp 10 Prozent, in Polen 11 Prozent und in Frankreich 16 Prozent.

21 Bürgermeisterinnen

Die Steiermark hat nach Niederösterreich und Vorarlberg die drittmeisten Bürgerinnen. Trotzdem ist dieser Prozentsatz gering. Im Land des Sterz und Kernöls sind nämlich nur 21 von 287 Gemeinden in weiblicher Hand. Von ihnen gehören 15 der ÖVP an. Zu ihnen zählt auch die Bäuerin Silvia Karelly aus Fischbach.

Warum Frauen in dieser Spitzenfunktion noch immer eine Minderheit sind, sieht Karelly im Gespräch mit NEUES LAND in der Vereinbarkeit mit der Familie. „Es gibt viele Sitzungen am Abend und Termine am Wochenende. Besonders wenn man daheim kleine Kinder hat, lässt sich das schwer machen“, sagt Karelly. Dazu kommt: „Wir Frauen sind viel selbstkritischer als Männer, wollen es perfekt machen und haben ein großes Harmoniebedürfnis.“

Hohe Wertschätzung erfuhren die Kommunalpolitikerinnen am Dienstag durch den Besuch von Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer sowie der beiden Gemeindebundpräsidenten Alfred Riedl und Erwin Dirnberger.

 

Beitragsfoto: kasofoto

 

 

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