Bürgerbeteiligung als Erfolgsgeheimnis

von Karl Brodschneider

Die Landentwicklung Steiermark ist ein wichtiger Partner für die steirischen Gemeinden. Sie feierte kürzlich ihr 25-jähriges Bestehen.

 

Mit einer Festveranstaltung in Spielberg beging die Landentwicklung Steiermark ihr 25-jähriges Bestehen. Geschäftsführerin Sandra Höbel freute sich, dass man im Laufe dieses Vierteljahrhunderts in 270 von 286 Gemeinden zumindest einmal tätig gewesen sei. Das aus 14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bestehende Team verteilt sich auf neun Standorte in Baubezirksleitungen. Daher ist es  allen Gemeinden sehr nah.

Der Schlüssel des Erfolgs sei die Bürgerbeteiligung, betonte Obmann LAbg. Franz Fartek. Er sagte: „Hier leistet die Landentwicklung einen wertvollen Beitrag.“ Er erinnerte daran, dass es die Landentwicklung Steiermark seit dem Jahr 1997 gibt. Ihr damaliger Gründer war Landesrat Erich Pöltl. Damals hieß man noch „Ökologische Landentwicklung Steiermark“. Von Anfang an ging es darum, eine wertschätzende Beziehungskultur aufzubauen. Neun Jahre später fusionierten die Ökologische Landentwicklung und die Integrierte Ländliche Entwicklung zum heutigen Verein. Damals war Landesrat Hans Seitinger Obmann. Er übte diese Funktion insgesamt elf Jahre lang aus. Ihm folgten LAbg. Hermann Hartleb und dann der heutige Obmann LAbg. Franz Fartek.

Leuchtturm-Projekte

Der attraktive Lebensraum, die Gesellschaft, die Bereiche Klima und Umwelt sowie die regionale Wirtschaft sind die Säulen der Agenda 2030. Unter ihr steht alles Tun der Landentwicklung Steiermark . Im Laufe der Jahre wurden zahlreiche Leuchtturm-Projekte aus der Taufe gehoben. So beteiligten sich Hunderte Steirer unter der Regie der Landentwicklung im Jahr 2006 an der Zukunftsentwicklung der Regionen. Sie erstellten als Resultat ein bis heute gültiges Manifest für einen starken ländlichen Raum. In Zusammenarbeit mit der BOKU Wien entstand im Jahr 2012 die heute noch viel zitierte Studie „Gehen oder Bleiben“. Sie hat das Wanderungs- und Bleibeverhalten junger Frauen in ländlichen Gemeinden zum Inhalt.

Franz hilft Anna

Das Zeit-Hilfs-Netz, ein Modell der generationenübergreifenden Nachbarschaftshilfe, wurde auf die Beine gestellt. Unter dem Titel „Franz hilft Anna“ stärkt es nun bereits im elften Jahr landesweit Gemeinschaft und Gemeinde. Zu einem echten Erfolgsprojekt avancierte der Kindergemeinderat. Im Jahr 2014 erfolgte der Startschuss in Krieglach. Heute gibt es bereits in 25 steirischen Gemeinden einen Kindergemeinderat. Das Besondere daran ist: fast alle Kindergemeinderäte bestehen mittlerweile in der zweiten, dritten – oder wie in Krieglach – bereits in der vierten Auflage.

Bereits 2005 machte die Landentwicklung Steiermark den Erhalt der regionalen Versorgung zu einem wichtigen Thema in den Kommunen. Zahlreiche Konzepte für Nahversorgung und Dorfläden wurden seither zusammen mit der Landentwicklung umgesetzt. Und schon bevor es im Jahr 2015 zu den Gemeindefusionen kam, begleitete die Landentwicklung zahlreiche kleinregionale Gemeindezusammenschlüsse.

Gruppe Landentwicklung

Das Team der Landentwicklung Steiermark mit Obmann LAbg. Franz Fartek und Geschäftsführerin Sandra Höbel.

Als Begleiterin trat die Landentwicklung auch in länderüberschreitenden Projekten in Erscheinung. Aus dem ursprünglichen Projekt „Genuss am Fluss“ entstand „GlaMUR“. Es verbindet die Steiermark und Slowenien in Fragen der Kulinarik und des Genusses. Weiters begleitete die Landentwicklung im Auftrag der Regionalmanagement Südoststeiermark den von der UNESCO anerkannten weltweit ersten 5-Länder-Biosphärenpark an der Mur, Drau und Donau. Das mit einer Fläche von knapp einer Million Hektar in Europa größte Flussschutzgebiet erstreckt sich von der südlichen Steiermark über Slowenien, Ungarn und Kroatien bis nach Serbien.

Künftige Themen

Der Landentwicklung Steiermark wird auch in Zukunft die Arbeit nicht ausgehen. Landesrat Hans Seitinger nannte Themen, die in den Kommunen in Projekte umgesetzt werden sollten. Das sind die Folgen des Klimawandels, die Überalterung in der Gesellschaft, neue Formen von Arbeit und Arbeitszeiten sowie die Ernährung. „Die Umsetzung funktioniert aber nur, wenn die Bürger Teil des Prozesses und Erfolges sind und wenn auch die Jugend miteingebunden wird“, sagte Seitinger abschließend.

 

Beitragsfotos: Landentwicklung Steiermark

 

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