Parktherme

Böden aus der ganzen Welt

von Karl Brodschneider

Die Plattform „Soilbook“ ermöglicht einen weltweiten Einblick in landwirtschaftlich genutzte Böden – kostenlos und für jeden.

Der Name erinnert an das größte soziale Netzwerk „Facebook“ und ist nicht zufällig gewählt. Bei Soilbook (englisch: Bodenbuch) stehen jedoch nicht Menschen im Mittelpunkt, sondern die Basis der landwirtschaftlichen Wertschöpfung – unsere Böden. Auf dieser digitalen Plattform können eigene Bodenprofile aufgenommen und für alle Teilnehmer weltweit sichtbar gemacht werden. Man kann über Bodenprofile und Bewirtschaftung mit anderen Menschen in Kontakt treten und natürlich auch einzelne Profile „liken“. So wie bei sozialen Netzwerken kann jeder kostenlos mitmachen. Die Plattform ist im Internet unter www.soilbook.info erreichbar und derzeit in Deutsch und Englisch verfügbar.

Der Initiator und Betreiber dieser Plattform ist der österreichische Bodenkundler Hans Unterfrauner, der ein technisches Büro für Bodenökologie in Wien leitet. Er erklärt seine Motivation zu dieser Gründung folgendermaßen: „Die Hauptziele sind bewusst zu machen, wie genial und vielfältig Böden sind und welche Leistungen sie für das Überleben der gesamten Menschheit erbringen. Sie sind geniale Multitalente und die Basis unserer Ernährung. Böden sind keine Flächen, sondern Körper und bilden eine unterirdische Landschaft, die mindestens genauso spannend ist wie die oberirdische. Ich verfolge damit keine kommerziellen Zwecke, weshalb die Seite auch kostenlos und werbefrei ist.“

Ganz einfach

Mitmachen ist für jedermann möglich und eigentlich ganz einfach. Unterfrauner erklärt: „Als nicht registrierter User kann man sich die Übersichten der Bodenprofile ansehen. Als registrierter User kann man sich alle Fotos und Details ansehen, sowie eigene Profile hochladen. Die Registrierung ist denkbar einfach und berücksichtigt alle Vorgaben des Datenschutzes.“

Zum aktiven Mitmachen braucht es nicht unbedingt ein ausgebaggertes Bodenprofil. Es reichen oft Wegböschungen, Uferabbrüche oder auch Baugruben, deren senkrechte Anschnitte abgeputzt und fotografiert werden können. „Wichtig dabei ist die Fotos mit einem Objekt zu fotografieren, die einen Größenvergleich ermöglichen. Dazu eigenen sich ein Maßband, eine Schaufel oder andere Gegenstände, die leicht erkennbar sind. Das Foto kann dann direkt hochgeladen werden“, ergänzt der Boden-Profi. Ein paar andere Angaben sind für ein vollständiges Profil noch notwendig. Dazu zählen etwa die prägende Farbe des Profils, der Geruch und die Beurteilung, ob Wurzeln und Regenwürmer (Bodenleben) erkennbar sind. „Mit etwas Übung ist man in fünf Minuten fertig und hat aktiv dazu beigetragen, ein weiteres Kapitel zum Soilbook hinzuzufügen“, so Unterfrauner.

Erweiterungen

Auch wie Böden es sind, sieht Unterfrauner die Webseite als „lebendes Konstrukt“, das sich noch verändern wird. Er erklärt die zukünftig geplanten Erweiterungen: „Alle Nutzer werden bald Angaben zu sich selbst machen und ein Foto von sich hochladen können. Es wird bald auch möglich sein, Sammlungen von Profilen zu erstellen. Diese können dann entweder für alle User sichtbar sein aber natürlich auch gesperrt werden. Zudem wird es die Möglichkeit geben, mit anderen Usern in Kontakt zu treten, um über die Bodenprofile, die dortige Bodennutzung oder die Kulturführung zu diskutieren. Ab Herbst wird die Plattform auch noch in Spanisch verfügbar sein.“

 

Anm. d. Red.: Der Beitrag wurde von Robert Matzer verfasst. Er war Redakteur bei NEUES LAND und ist nun Geschäftsführer und Projektmanager der Klima- und Modellenergieregion Kulmland.

 

Beitragsfoto: agrarfoto.com

 

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