Weichberger

Bäuerin der Woche: Anita Suppanschitz

von Karl Brodschneider

Anita Suppanschitz aus Kainach ist nicht nur die Bezirksbäuerin von Voitsberg, sondern seit kurzem auch neue Landeskammerrätin.

 

Ein Ratschlag von Landtagspräsidentin Manuela Khom geht der Weststeirerin Anita Suppanschitz nicht mehr aus dem Kopf. Bei einer Bäuerinnentagung hatte Khom einmal die Frauen ermuntert, öffentliche Funktionen zu übernehmen und sinngemäß gesagt: „Wenn euch wer fragt, dann sagt nicht nein, denn es hat wohl seinen Grund, wenn man auf euch zugeht.“

Vor fünf Jahren war das bei Anita Suppanschitz der Fall. Die damalige Voitsberger Bezirksbäuerin Martha Hörmann und die zuständige Hauswirtschaftsberaterin hatten sich für einen Besuch am Bauernhof vulgo Hemmer in der Gemeinde Kainach angekündigt. „Ich habe mich darüber sehr gefreut und war auf Gemeindeebene schon in der Bäuerinnenorganisation tätig“, erinnert sich die schwarzhaarige Landwirtin. „Aber als sie mich fragten, ob ich mir vorstellen könnte, Bezirksbäuerin zu werden, war ich völlig überrascht, denn damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet.“

Anita Suppanschitz erbat sich einige Tage Bedenkzeit. Wissend, dass ihr Ehemann Gerhard ihre Entscheidung mittragen würde, sagte sie damals zu. An diesem Freitag stellt sie sich beim Bezirksbäuerinnentag der Wiederwahl. Wenn die Gemeindebäuerinnen am Josefitag zusammenkommen, nimmt sie schon bei deren Eintreffen das Heft in die Hand. Weil diese Sitzung nur unter Einhaltung strenger COVID-Schutzmaßnahmen stattfinden kann, müssen anfangs alle Frauen einen Antigen-Schnelltest machen. Als gelernte Krankenschwester ist das für Suppanschitz ein aufgelegter Ball. „Höchstwahrscheinlich bin ich die einzige Bezirksbäuerin im Land, die den Corona-Test bei den Frauen selbst durchführt“, meint sie.

Biobetrieb

Vulgo Hemmer

Deutlich über dem Talboden liegt der Betrieb der Familie Suppanschitz vulgo Hemmer.

Bis zum Jahr 2008 übte sie den Beruf der Krankenschwester in Graz – mit Babypausen – aus. „Das habe ich immer sehr gerne gemacht“, lässt sie wissen. Daheim am Hof ist sie Betriebsführerin. „Wir sind seit 30 Jahren schon ein Biobetrieb. Die Kalbinnenaufzucht und Ochsenmast sind die Betriebsschwerpunkte. Mit der Milchlieferung haben wir vor zwei Jahren aufgehört.“ Dazu kommen noch 24 Hektar Wald. In den vergangenen drei Monaten gab es dort wieder viel zu tun, denn nach dem Schneebruch mussten 120 Festmeter aus dem Wald geholt werden. Das war aber noch gar nichts zu dem Schadholz, das im Jahr 2008 nach dem Sturmtief „Paula“ angefallen war. „Drei Hektar Wald sind komplett niedergelegt worden. Ingesamt hatten wir auf acht Hektar massive Sturmschäden“, blickt Gerhard Suppanschitz zurück.

Geheiratet haben die beiden im Jahr 1993. Sie wuchs gar nicht in einer Bauernfamilie auf. Aber rundherum gab es noch viele kleine Landwirtschaften. Von ihrem Elternhaus in Afling sind es gerade drei Kilometer Luftlinie zu ihrem Zuhause. Ihre drei Söhne sind jetzt schon 28, 24 und 15 Jahre alt.

Großes Netzwerk

Wenn man Anita Suppanschitz auf ihre Hobbys anredet, kommt wie aus der Pistole geschossen die Antwort: „Mein Verein ist die Bäuerinnenorganisation!“ Durch ihr großes Netzwerk, das sie sich dabei aufgebaut hat, ist ihre Bereitschaft zum Engagement in der bäuerlichen Standesvertretung auch anderen nicht verborgen geblieben. Schon 2018 wurde die Kainacherin in den Bauernbund-Landesvorstand gewählt und seit kurzem ist sie Landeskammerrätin.

Zur Person

+ Anita Suppanschitz (51) ist verheiratet mit Gatten Gerhard und Mutter von drei Söhnen.

+ In Hemmerberg, Gemeinde Kainach bei Voitsberg, bewirtschaftet die Familie Suppanschitz einen Biobetrieb mit Kalbinnenaufzucht, Ochsenmast und Forstwirtschaft.

+ Seit 2016 ist die ausgebildete Krankenschwester Bezirksbäuerin in Voitsberg.

+ Seit 2021 ist sie auch Landeskammerrätin.

 

Beitragsfotos: Brodschneider

 

 

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