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Bäuerin der Woche: Rebecca Maderebner

von Karl Brodschneider

Die Öblarner Bergbäuerin Rebecca Maderebner ist seit kurzem eingetragene Mediatorin und Großmutter eines Enkelsohnes. Zehn Jahre lang war sie auch Gemeindebäuerin.

 

Wenn man Rebecca Maderebner aus Öblarn nach ihrem Beruf fragt, lautet ihre von einem strahlenden Gesicht begleitete Antwort wie automatisch: „Volksschullehrerin und Bäuerin.“ Seit kurzem kommt ein weiterer Beruf hinzu: „Ich bin eingetragene Mediatorin.“ In dieser Tätigkeit nimmt sie eine Brückenfunktion zwischen zwei oder mehr Konfliktparteien ein. Ob bei Beziehungskrisen, Schwierigkeiten in der Familie oder bei einem Nachbarschaftsstreit– in solchen und vielen anderen Fällen kann ein Mediator bewirken, dass die Streitparteien eine Lösung finden, mit der sie leben können. Rebecca Maderebner stellt aber klar: „Als Mediatorin bin ich keine Lösungsgeberin, sondern Vermittlerin.“ Ihr Büro hat sie in Öblarn.

Zusatzqualifikationen

Die Ennstalerin kann aber nicht nur auf eine profunde Ausbildung als Mediatorin verweisen, sondern auch als Trainerin für Legasthenie und Dyskalkulie (Lese-, Rechtschreib- und Rechenschwäche) und als Coach für das Peer-Learning (Kinder lernen voneinander). Diese Zusatzqualifikationen kommen der ausgebildeten Schulpädagogin bei ihrer Arbeit als Volksschullehrerin zugute. Heuer hat sie bereits ihr 21. Dienstjahr begonnen und unterrichtet in der achtklassigen Volksschule in Haus. Früher war sie Lehrerin und Direktorin in der mittlerweile geschlossenen Schule Kleinsölk und in den Kleinschulen St. Nikolai im Sölktal und Stein an der Enns. Ihren Lehrberuf übt sie gerne aus und sagt ganz klar, dass sie den Kindern „nicht nur die Grundkenntnisse im Schreiben, Lesen und Rechnen beibringen will, sondern dass sie auch offen und neugierig bleiben und ihre Freude an der Schule behalten“. Wichtig ist es ihr auch, mit den Eltern auf Augenhöhe zu kommunizieren.

Rebecca Maderebner hat selbst zwei Kinder, die schon längst erwachsen sind. Der ältere Sohn ist vor einigen Wochen Vater eines kleinen Josef geworden und hat Rebecca und ihren Mann Harald erstmals zu Großeltern gemacht.

Die gebürtige Gröbmingerin stammt selbst gar nicht von einem Bauernhof ab und wollte ursprünglich Kriminalpolizistin werden. Die Liebe zu ihrem Mann führte sie dann auf den auf 1014 Meter Seehöhe gelegenen Biobetrieb vulgo Staber am Schattenberg. Die Milchwirtschaft mit durchschnittlich 22 Kühen ist der Hauptbetriebszweig. Von den bewirtschafteten 45 Hektar Wiesen und Weiden sind 38 Hektar Pachtflächen. Dazu zählt auch der leerstehende benachbarte Kloiber-Hof mit dem jahrhundertealten, sehr einfach ausgestatteten Wohnhaus, wo Harald und Rebecca Maderebner in den Sommermonaten „Urlaub wie vor 100 Jahren“ anbieten.

Gemeindebäuerin

In der Öffentlichkeit war die Öblarnerin zehn Jahre lang als Gemeindebäuerin tätig. „Das war für mich eine wichtige Lebenserfahrung. Dabei habe ich ein großes Netzwerk aufgebaut und gelernt zu delegieren“, erzählt sie. In der VP-Frauenbewegung ist sie Schriftführerin. Ihr Gatte ist Bauernbundobmann.

In ihrer Selbstbeschreibung sagt sie: „Wenn ich mir etwas in den Kopf setze, dann möchte ich es wenigstens probiert haben.“ Dass aus dem Probieren mehr werden kann, beweist sie bei ihrer Leidenschaft zum Schreiben. Sie verfasst nicht nur Mundartgedichte, sondern hat bereits einen Kriminalroman „Kommissar Alser: Mirko und das weiße Gold“ geschrieben. „Wenn ich wieder mehr Zeit habe, gibt es eine Folgeroman“ kündigt sie aus tiefer Überzeugung an und lacht dabei.

Zur Person

Rebecca Maderebner (46) wohnt in Schattenberg 96, 8960 Öblarn. Zusammen mit ihrer Familie bewirtschaftet sie den Biobauernhof vulgo Staber. Rebecca Maderebner ist Volkschullehrerin in Haus im Ennstal, Coach für Peer-Learning, Trainerin für Legasthenie und Dyskalkulie und seit 2021 eingetragene Mediatorin. rebecca.maderebner@gmx.at oder Telefon 0664 7363 8806.

 

Beitragsfoto: Brodschneider

 

 

 

 

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