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Bäuerin der Woche: Monika Streit

von Karlheinz Lind

Milchbäuerin Monika Streit aus Spital am Semmering engagiert sich in vielen Bereichen. Seit März diesen Jahres ist die umtriebige Gemeindebäuerin auch Bezirkskammerrätin.

Dass sich die Arbeit am Hof, Familie, eine außerlandwirtschaftliche Tätigkeit und das Ehrenamt gut vereinen lassen, beweist Monika Streit aus Spital am Semmering. Die Mutter zweier erwachsenen Kinder bewirtschaftet gemeinsam mit ihrem Gatten Sepp einen Milchviehbetrieb auf 860 Meter Seehöhe hoch über dem oberen Mürztal. Insgesamt werden 30 Milchkühe samt Nachzucht gehalten. „Nach der Hauswirtschaftsschule habe ich die Lehre zur Köchin absolviert und war bis zur Geburt unseres ersten Kindes auch immer in der Gastronomie tätig“, erklärt die umtriebige Landwirtin. „Natürlich war dies eine sehr große Umstellung für mich, nun voll am Betrieb meines Mannes mitzuarbeiten“, erzählt die gebürtige Kindbergerin, die ebenfalls von einem landwirtschaftlichen Betrieb stammt. Doch die Freude über die Arbeit am Hof überwiegte.

Kochen als Leidenschaft

Jetzt ist Monika Streit zwei Tage pro Woche als Köchin im Gasthaus Turmwirt in Mürzhofen im Einsatz. „Für mich ist diese Arbeit besonders wichtig, da ich gerne unter Menschen bin. Es ist sicher keine leichte Arbeit, aber ich koche aus Leidenschaft“, erklärt Streit. Am Hof ist die Bäuerin neben dem Haushalt für die Melkarbeit und das Versorgen der Kälber verantwortlich. Zusätzliche Hilfe erhält die Familie von ihrem Sohn Matthias. Der Absolvent der Land- und forstwirtschaftlichen Fachschule Hafendorf sowie der HBLA Raumberg wird den Hof auch einmal übernehmen.

Bereits seit 2015 ist Monika Streit als Gemeindebäuerin in Spital am Semmering tätig. Erst am vergangenen Wochenende war sie mit ihren Kolleginnen wieder besonders gefordert. Denn in der Gemeinde wird die Erntekrone von den Bäuerinnen gebunden. Auch am 15. August steht die Arbeit der Spitaler Bäuerinnen im Mittelpunkt des kirchlichen Geschehens. Denn bei der traditionellen Kräuterweihe zu Mariä Himmelfahrt werden im Anschluss rund 250 gesegnete Kräutersträuße, gebunden von den Bäuerinnen, an die Kirchgeher verteilt. Sie sollen dem Glauben nach Krankheit und Unglück fernhalten. „Das kommt bei unserer Bevölkerung ganz gut an“, so die Gemeindebäuerin.

Informationsaustausch

Auch sonst sind die Bäuerinnen sehr gut organisiert. So gibt es etwa in den Wintermonaten regelmäßige Stammtische im örtlichen Pfarrheim. Bei Kaffee und selbst gebackenen Kuchen gibt es einen regen Informationsaustausch. „Meist kommen dabei über 20 Bäuerinnen zusammen“, freut sich Streit. Wandertage, Ausflüge und Exkursionen ergänzen das Bildungsangebot. Besonders stolz ist die engagierte Gemeindebäuerin auf ein neues Projekt: „Meine Stellvertreterin ist nicht nur Bäuerin, sondern auch im Gesundheits- und Fitnessbereich tätig. Sie turnt jeden Montagabend mit uns.“

Seit der letzten Kammerwahl ist Streit auch Bezirkskammerrätin und hat dabei ein großes Anliegen: „Ich möchte wieder mehr junge Menschen für unsere Arbeit und unser Ehrenamt begeistern.“

Zur Person

  • Monika Streit (47)
  • Grautschenhof 4, 8684 Spital am Semmering
  • Milchviehbetrieb vulgo Ponstadler
  • Hauswirtschaftsschule mit anschließender Lehre zur Köchin
  • Gemeindebäuerin und seit heuer Bezirkskammerrätin in der Bezirksbauernkammer Obersteiermark
  • Verheiratet, Mutter von zwei erwachsenen Kindern
  • ponstadler@gmx.at

Beitragsfoto: Lind

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