Bäuerin der Woche: Eva Pötsch

von Karlheinz Lind

Eva Pötsch züchtet gemeinsam mit ihrem Mann Thomas am Fuße des Grimmings Alpakas. Sie erzählt über die Anfänge, den Bestandsaufbau und Freude, die diese Tiere bereiten.

Für Eva Pötsch aus Wörschachwald in der Marktgemeinde Stainach-Pürgg ist ein Traum wahr geworden. Die ausgebildete Kindergartenpädagogin, die ursprünglich aus Tulln in Niederösterreich stammt, hat sich gemeinsam mit ihrem Mann Thomas der Alpakahaltung verschrieben. „Früher wurde am Hof Milchvieh gehalten. Da mein Mann auch ein Zivilingenieurbüro betreibt, hätten wir das arbeitstechnisch nicht mehr geschafft“, so die umtriebige Landwirtin.

Auf der Suche nach Alternativen ist man am Hof der Familie Pötsch auf einen Zeitungsartikel über Lamas gestoßen. „Nach umfangreichen Recherchen sind wir auf die Alpakas gekommen und haben uns im selben Moment in diese Tiere verliebt“, sagt Pötsch. Somit kamen im Jahr 2005 die ersten fünf trächtigen Stuten auf den Hof. Jetzt leben gut 90 Tiere am Betrieb vulgo Tischler. „Es war am Anfang wirklich schwierig, da es in Österreich so gut wie keine Erfahrungen zur Alpaka-Haltung gab“, so Eva Pötsch. Seither hat man sich auf die Zucht von Alpakas spezialisiert. Knapp zehn Hektar Weidefläche stehen den Tieren zur Verfügung, Mineralstoffe und Heu werden zugefüttert.

Wertschöpfung

Besonders begehrt ist die Wolle der Alpakas, auch oft als Vlies bezeichnet. Einmal pro Jahr schert Gatte Thomas die Tiere. Danach wird die Wolle nach Farbe und Qualität sortiert und gereinigt. „Bei der Verarbeitung arbeiten wir mit einem steirischen Partnerbetrieb zusammen, der für uns Polster, Decken, Filzeinlagen, Filzpatschen und Strickgarne herstellt. Die vermarkten wir über unseren Hofladen sowie auf vielen Weihnachtsmärkten“, erklärt Pötsch. Die seltene Faser hat gegenüber herkömmlicher Wolle eine Vielzahl an Vorteilen und wird deshalb auch besonders geschätzt. „Sie ist nicht nur temperaturausgleichend und extrem fein, sondern auch sehr schmutzabweisend“, so Pötsch. Auch für Allergiker ist dieses Produkt besonders gut geeignet, da die Faser kein Fett – also Lanolin – enthält.

Am Hof der Familie Pötsch hat man sich auf viele weitere Dienstleistungen rund um die Alpakahaltung spezialisiert. „So bietet mein Mann etwa ein eigenes Deckservice an. Nach Terminvereinbarungen suchen wir die passenden Deckhengste aus und sind mit ihnen in ganz Österreich sowie in Deutschland unterwegs“, so die leidenschaftliche Alpaka-Züchterin. Dazu wurden sogar Spitzenhengste aus Neuseeland und Australien zugekauft. Durch den Deckakt wird bei der Stute der Eisprung ausgelöst. Deshalb ist man bei der Termineinteilung wesentlich flexibler als bei anderen Tieren.

Am Hof werden die Deckhengste getrennt von den Stuten gehalten. Nur für den geplanten Deckakt dürfen sie zur Herde. „Das hat bei uns auch einen guten Grund. Nach einer Tragezeit von durchschnittlich 346 Tagen sollen die Fohlen zwischen Juni und September auf die Welt kommen. Im Winter wäre es bei uns viel zu kalt“, berichtet Pötsch aus ihrem Erfahrungsschatz. Die Überlebenschance der jungen Alpakas würde sinken. Seit kurzem wird auch ein professionelles Scher-Service angeboten.

Der Einsatz der letzten Jahre kann sich sehen lassen: Eva Pötsch ist gemeinsam mit ihrem Mann zu den bedeutendsten Alpakazüchter aufgestiegen. „Wir verkaufen natürlich Zuchtstuten und bieten auch eine spezielle Nachbetreuung an. Unsere Kunden sollen sich bei uns gut betreut fühlen“, so Pötsch abschließend.

Zur Person

  • Eva Maria Pötsch (53)
  • Wörschachwald 30a, 8982 Stainach-Pürgg
  • Ausgebildete Kindergartenpädagogin
  • Verheiratet mit Thomas Pötsch, zwei Kinder
  • Alpaka-Haltung
  • E-Mail: info@alpakaland.at
  • www.alpakaland.at

Beitragsfoto: privat

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