Smarte Technik am Acker

Wenn es um moderne Technologien für die Landwirtschaft geht, ist in Schlagwort in aller Munde: Precision Farming – also die möglichst effiziente Bewirtschaftung von Feldern.

 

Wenn heute in einem Mähdrescher mehr Rechenleistung enthalten ist, als für die Mondlandung notwendig war und die Maschinen selbständig in exakten parallelen Bahnen über das Feld fahren, dann ist das Hightech aber noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. Der Trend geht ganz klar in Richtung vernetzte Landwirtschaft über alle Arbeitsphasen hinweg, um ein Optimum an Ertrag bei möglichst wenig Ressourcenaufwand zu gewährleisten. Dazu braucht es viele technische „Helferleins“ die von der Bodenbeschaffenheit, über die Aussaat und die richtige Düngung bis hin zur Ernte hohe Produktivität bei möglichst niedrigen Kosten ermöglichen. GPS Überwachung, Satelitenbilderauswertung oder Vorjahresergebnisse liefern dem Landwirt alle Informationen, die er benötigt, um alle Abläufe optimal zu gestalten.

Noch ist Precision Farming in den meisten Regionen Zukunftsmusik, doch eine neue Studie mit dem Titel „Business opportunities in Precision Farming“, durchgeführt von der Beratungsagentur Roland Berger, zeigt das Potential neuer Technologien im Bereich Precision Farming deutlich auf. Der globale Markt für hochtechnologische Farmarbeit lag 2014 bei rund 2,3 Milliarden Euro. Laut den Studienmachern soll der Markt bis 2020 jährlich um zwölf Prozent steigen und damit wesentlich stärker als bei klassischen Landmaschinen, bei denen ein Wachstum von vier Prozent pro Jahr vorausgesagt wird.

Das große Potential erwächst aus der Verbindung unterschiedlichster Technologien, die erst gemeinsam durch intelligente IT-Systeme einen echten Mehrwert für die Landwirtschaft bringen. Dazu zählen etwa Sensorik, Geo-Mapping oder Big Data Analyse.

Immer intelligenter

Wohin die Reise geht, zeigen neben autonomen Lenksystemen, Apps zur Bodenüberwachung, oder Drohnen, die einen Blick von oben erlauben, neue Entwicklungen, die vor Jahren noch undenkbar waren. So wurde in Spanien eine Erntemaschinen für Erdbeeren entwickelt. Es gibt wohl kaum eine Frucht, die so empfindlich ist wie die Erdbeere. Dennoch schafft es die neue Maschine dank Kamerasystemen und höchst präzisen Roboterarmen den Mensch bei der Ernte komplett zu ersetzen. Man darf auf die weitere Entwicklung gespannt sein.

 

Precision Farming

Unter Precision Farming versteht man ortsdifferenzierte und zielgerichtete Verfahren zur Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Nutzflächen. Dabei sollen Unterschiede im Boden und die Ertragsfähigkeit innerhalb eines Feldes berücksichtigt werden. Basis dafür sind Daten, die laufend über Maschinen oder Sensorik gesammelt und ausgewertet werden. Auf Basis der Ergebnisse werden alle Bereiche eines Feldes – je nach ihrer Beschaffenheit – optimal bewirtschaftet – das Verfahren wird deshalb auch teilflächenspezifische Bewirtschaftung genannt. Die kleinräumige Boden- und Bestandsführung ermöglicht eine gezielte Saat beziehungsweise Düngung und führt damit zu merklichen Betriebsmittel-Einsparungen.

 

 

Presicion Farming ermöglicht die optimale Bewirtschaftung von Ackerflächen. Auf Basis von moderner Technik wird der bestmögliche Ressourceneinsatz für einen möglichst hohen Ertrag ermittelt.

Fotos: CLAAS

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