Hohe Lagerbestände bei Äpfeln

Nachdem die verkauften Mengen am österreichischen Apfelmarkt im bisherigen Saisonverlauf eher auf niedrigem Niveau lagen, kam es zuletzt zu einer deutlichen Belebung des Absatzes.

Bundesweit konnten im März 15.432 t vermarktet werden, das bedeutet gegenüber dem Vormonat eine deutliche Steigerung um 30%. Die heimischen Apfel-Lagerbestände umfassten zum Stichtag 01.04.2014 immer noch 76.631 t – ein Jahr zuvor waren es mit 58.618 t bereits um 18.000 t weniger, teilt die AMA mit. 93% der lagernden Menge entfielen auf die Steiermark.

Bei den einzelnen Apfelsorten ergab sich Anfang April in Österreich ein differenziertes Bild: Vom Golden Delicious waren noch 22.461 Tonnen auf Lager – das war die einzige Sorte, deren Lagerstand den vergleichbaren Vorjahreswert deutlich unterschritt. Relativ hoch waren hingegen die Vorräte bei der Sorte Gala, hier warteten 11.323 Tonnen auf die Vermarktung (im Vorjahr waren es lediglich 3.961 Tonnen). Auch beim Idared war der Lagerbestand mit 15.596 Tonnen deutlich höher als vor Jahresfrist. Nennenswerte Mengen (über 5.000 Tonnen) waren auch bei den Sorten Jonagold und Braeburn vorhanden, ausverkauft sind bereits Rubinette, Boskoop und Kronprinz Rudolf.

Während für Äpfel aus heimischer Produktion die Erlöse noch relativ stabil geblieben sind, steigt der Preisdruck innerhalb der EU. Das ist vor allem darauf zurückzuführen, dass in der Union zum Stichtag 01.04. mit 1,95 Millionen Tonnen  Äpfel noch relativ hohe Lagerbestände vorhanden waren. Auch der eher schwache Verkauf im März brachte Westeuropa keine nennenswerte Entlastung, zu zögerlich war der Absatzverlauf angesichts eher niedriger Anfangsbestände in den ersten Saisonmonaten. Der Markt reagierte mit schwächeren Preistendenzen. Zusätzliche Konkurrenz entsteht durch das frühzeitig zur Verfügung stehende Sommerobst. Zudem verringern hohe Lagerbestände in Polen die Absatzchancen westeuropäischer Erzeuger auf den osteuropäischen Märkten. Am stärksten davon betroffen ist die Sorte Idared. Dass derzeit weniger Äpfel aus Übersee importiert werden, hilft dem europäischen Apfelmarkt in dieser Situation vorerst noch nicht.

 

Foto: Fotolia valery121283

 

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