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Interessanter Apfelsaft-Test

von NEUES LAND

Die Steiermark ist das Apfelland Nummer eins. Nur im Apfelsaft ist heimische Ware selten zu finden, wie ein Einkaufstest aufzeigt.

Woher kommen die Äpfel im Apfelsaft? Diese zentrale Frage stellten sich kürzlich die Einkaufstester der Landwirtschaftskammer Steiermark. „Die Ergebnisse sind eine herbe Enttäuschung für das Obstland Steiermark. Sie sind nochmals schlechter ausgefallen als beim letzten Test vor zwei Jahren“, fasst Kammerdirektor Werner Brugner die weitgehend ernüchternden Ergebnisse zusammen. Konkret sind in zwei von drei im Handel angebotenen Apfelsäften (66 Prozent) vermutlich ausländische Äpfel, die aus meist weitgereistem Apfelsaftkonzentrat hergestellt werden. Brugner weiter: „Das Einkaufen von Apfelsäften wird dem Supermarkt-Kunden tendenziell schwerer gemacht. Nur in jedem dritten angebotenen Apfelsaft sind sicher heimische Äpfel drinnen.“

Immer wieder findet sich auf den Wegwerf-Verpackungen der Apfelsäfte ein leuchtend roter Aufdruck wie „Abgefüllt in Österreich“. Dieser verführerische Aufdruck bescheinigt bloß, dass der Saft in Österreich abgefüllt wurde, nicht jedoch, dass die Äpfel aus Österreich kommen.

Import aus Übersee

60 Prozent der angebotenen Apfelsäfte werden aus energieaufwendig eingedicktem Konzentrat hergestellt, das oft tausende Kilometer aus Billigstlohnländern – China ist der weltweit größte Apfelsaft-Konzentrat-Hersteller, in Europa ist es Polen – herangekarrt werden. In Österreich angekommen werden sie unter Beigabe von Apfelaroma wieder rückverdünnt. Durch diese intensive Bearbeitung entsteht ein gewisser Kochgeschmack, der mittlerweile von den Apfelsafttrinkern als normal empfunden wird, weil sie es gar nicht anders kennen. Deshalb plädiert Brugner für sichere und verlässliche Regionalität: „Bäuerliche Apfelsafthersteller bieten nur direkt gepressten Apfelsaft von heimischen Äpfeln an, also Direktsaft.“ Dieser ist frisch, fruchtig, sortentypisch und wird aus Qualitätsäpfeln hergestellt.

„Die Industrie zahlte den Bauern im Schnitt der vergangenen zehn Jahre für ihre Saftäpfel nicht einmal die Erntekosten“, rechnet Herbert Muster, Leiter der Obstbauabteilung in der Landwirtschaftskammer vor und verlangt: „Die Bauern brauchen bessere und vor allem kostendeckende Saftapfelpreise.“

Beitragsfoto: LK-Danner

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