Mit Sebastian Kurz auf dem Weg ins Parlament

von Karl Brodschneider

Als künftige Parlamentarier wollen Ernst Gödl und Corinna Scharzenberger auch die bäuerlichen Anliegen bestmöglich vertreten.

Sein Heimatbezirk Graz-Umgebung ist wie sein Wohnzimmer. Sehr viele Menschen kennen ihn und er, Ernst Gödl, kennt sie. Das ist hart erarbeitet. Ob Feuerwehrfest oder Landjugend-Treffen, ob Straßeneröffnung oder Gemeindevorstandssitzung in der eigenen Marktgemeinde Dobl-Zwaring – Ernst Gödl ist dabei. Man fragt sich, von woher er schon seit Jahren die Energie dafür nimmt. 

Der Ausgangspunkt seines politischen Handelns liegt schon 30 Jahre zurück. Damals war er 18 Jahre alt. Er hatte die Möglichkeit, im Zuge seiner schulischen Ausbildung ein Jahr lang bei einer Gastfamilie in Mexiko zu leben. „Dort habe ich gesehen, wie gut es uns in Österreich geht und dass weder Frieden noch Wohlstand und Sicherheit selbstverständlich sind“, gesteht Gödl. Und er betont: „Man muss etwas dafür tun!“ 

Jüngster Bürgermeister

Dass er bereits mit 23 Jahren Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Zwaring-Pöls wurde und es bis zur Gemeindefusion blieb, ließ ihn tiefe Wurzeln in der Basis schlagen. „Bürgermeister zu sein ist die Universität des Lebens. Man lernt alles Facetten des Zusammenlebens kennen und bekommt eine Ahnung davon, dass auch das, was klein zu sein scheint, ganz wichtig ist und ernst genommen werden muss“, ist der Kainachtaler überzeugt.

Dieses Wissen und die dabei gewonnenen Erfahrungen halfen dem VP-Bezirksparteiobmann dabei, auch auf anderen politischen Ebenen zu reüssieren – ob als Landtagsabgeordneter oder Vizepräsident des Bundesrates.

Seit November 2017 ist er Abgeordneter im Nationalrat. Vom Elan und von der Professionalität von Bundeskanzler Sebastian Kurz und seiner Regierung war er sehr angetan. „Es gab einen neuen Stil, der von einer sehr vertrauensvollen Arbeit in den Ausschüssen geprägt war“, blickt Gödl zurück. Er selbst war im Sozial-, Landwirtschafts- und Umweltausschuss vertreten. „All diese Ausschüsse sind für den ländlichen Raum ganz wichtig, denn die Fragen, wie es mit den Pensionen und der Pflege in Zukunft weitergeht, haben auch große Auswirkungen auf die Gemeinden und die bäuerliche Bevölkerung“, erklärt er.

Ernst Gödl im Gespräch mit jungen Menschen

Im Jahr 1995 wurde Ernst Gödl jüngster Bürgermeister in Österreich.

Für seine politische Arbeit wird das Pflege-Thema auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Als Obmann des Sozialhilfeverbandes Graz-Umgebung ist er in dieser Materie tief verankert und begrüßt den ÖVP-Vorschlag, pflegende Angehörige mit 1500 Euro zu belohnen, wenn sie daheim ihre Eltern oder Schwiegereltern pflegen. 

Für den Wahltag wünscht sich Gödl ein eindeutiges Ergebnis. Er selbst will mit dem gleichen Schwung wie bisher die Menschen im ländlichen Raum und vor allem auch die Bauern vertreten und wartet mit einer interessanten Feststellung auf: „Die bäuerliche Gesellschaft ist ganz stark im Ehrenamt tätig. Wer viel im Land herumkommt, erkennt sofort jene Gemeinden, wo es noch einen starken Bauernstand gibt, denn das äußert sich auch in starken Vereinen.“

Erbe von Barbara Krenn

Kurz vor ihrem erstmaligen Einzug ins Parlament steht die Ennstalerin Corinna Scharzenberger. Auf der ÖVP-Kandidatenliste für den Wahlkreis Obersteiermark nimmt sie hinter dem Bauernbund-Spitzenkandidaten Andreas Kühberger den zweiten Platz ein.

Bei der Nationalratswahl vor zwei Jahren war sie auch schon mit dabei und stellte sich damals voll in den Dienst der steirischen VP-Listenführerin Barbara Krenn. Für Scharzenberger ist die heuer im April im Alter von 49 Jahren verstorbene Barbara Krenn ihr politisches Vorbild. 

Auch bei der EU-Wahl trat die junge Irdningerin als VP-Kandidatin in Erscheinung. So wie bei Barbara Krenn stellte sie sich auch bei dieser Wahl in den Dienst der steirischen Spitzenkandidatin Simone Schmiedtbauer. „Wir haben gezeigt, dass wir zusammenhalten und haben es geschafft, dass wir nun mit Simone Schmiedtbauer eine starke Stimme im Europäischen Parlament haben“, freut sie sich.

Corinna Scharzenberger

Corinna Scharzenberger arbeitet als Juristin in der Agrarbezirksbehörde in Stainach.

Beruflich ist die Juristin seit 2014 in der Agrarbezirksbehörde in Stainach tätig. Ihre Aufgabe ist es, Agrarverfahren zu leiten. „Ich habe dadurch viel Kontakt zu den Bäuerinnen und Bauern im ganzen Bezirk Liezen“, sagt sie und nennt für ihre künftige Tätigkeit im Parlament ihr Ziel: „Mein Bestreben ist es, dass bäuerliche Familienbetriebe bestehen bleiben können. Das ist mir eine Herzensangelegenheit.“ Und sie wird konkret: „Ich sehe es täglich in meinem Beruf, was alles überreguliert ist und wie schwer es ist, die Gesetzeslage den Bürgern zu vermitteln. Für eine Juristin ist es eine Bereicherung, wenn man als Parlamentarierin im Gesetzgebungsverfahren mitwirken darf.“ 

Bei ihren Wahlauftritten und Begegnungen mit den Menschen erfährt sich nach eigenen Worten viel Zuspruch: „Ich werde überall herzlich aufgenommen. Das ist ein Vertrauensvorschuss, das weiß ich“, sagt Scharzenberger und hält fest, dass sie immer für eine sachliche, offene Diskussion zu haben ist: „Kritik ist wichtig, aber man soll auch konkrete Vorschläge vorbringen!“

 

Beitragsfotos: Privat, PhotoInstyle

 

 

 

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