Sehr geringe Spätfrostgefahr

Gespannt blicken die steirischen Obst- und Weinbauern auf die Wetterentwicklung. Laut Experten ist die Spätfrostgefahr heuer gering.

Fast auf den Tag genau vor einem Jahr packte auf Grund viele steirische Obst- und Weinbauern das blanke Entsetzen – die Spätfrostgefahr wurde leider zur Wirklichkeit: In den frühen Morgenstunden des 21. Aprils 2017 gab es mancherorts bis zu minus neun Grad Celsius. Trotz vieler Bemühungen – Frostbewässerung, Räuchern mit Strohballen, der Einsatz von Paraffinkerzen oder der Schutz mit Vlies – haben nur teilweise Unheil abgewendet. Rund 40 Millionen Euro betrug der Schaden durch die tiefen Temperaturen, vor allem im Obstbau.

Noch härter traf es Obst- und Weinbauern im Jahr davor: Am 26. April 2016, also genau vor zwei Jahren, wurde die Steiermark von einem schweren Morgenfrost heimgesucht. Tags darauf verursachte ein Italientief heftige Schneefälle. Insgesamt mussten die 6500 betroffenen Landwirte einen Schaden von rund 210 Millionen Euro hinnehmen.

Advertisements

Entsprechend besorgt betrachtet man derzeit die aktuelle Wetterentwicklung – und die sieht derzeit positiv aus. Laut aktueller Einschätzung von Albert Sudy, Meteorologe der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Graz, könne man aufatmen: „Es deutet derzeit nichts darauf hin, dass in diesem Frühjahr noch ein Frostereignis auftritt.“ Ein Tiefdruckgebiet dieser Tage werde die Temperaturen zwar sinken lassen, so Sudy, Minusgrade sollten jedoch nicht dabei sein. Natürlich müsse man bis Mitte Mai hinein mit tieferen Temperaturen rechnen: „Ausschließen kann man Morgenfröste zu 100 Prozent nie“.

Trotz der schweren, unvorhersehbaren Unwetter am Montag der letzten Woche in Graz und im Süden der Steiermark erwarte man heuer eine Besonderheit. Meteorologe Albert Sudy: „Der April verlief bisher sehr warm und liegt derzeit temperaturmäßig weit über dem vieljährigen Mittel. Es dürfte einer der wärmsten, wenn nicht der wärmste Aprilmonat in der Messgeschichte werden.“

Übrigens: Laut aktuellen Langzeitprognosen sei ein normaler Sommer zu erwarten.

 

Foto: agrarfoto.com Diesen Artikel drucken Diesen Artikel drucken

Kommentieren

*