Parktherme

Millionenschaden in Apfelkulturen

von Karl Brodschneider

Neuerliche Spätfrost schädigte nun auch die Apfelkulturen und verursachte in der Steiermark Millionenschaden.

Angesichts der aktuellen Trockenheit und der in den vergangenen Tagen unverhältnismäßig hohen Temperaturen um die 20 Grad Celsius kaum zu glauben, aber: Vor allem die Nacht von Dienstag auf Mittwoch dieser Woche mit Temperaturen bis zu minus sieben Grad verursachte einen Millionenschaden an Obstkulturen, insbesondere an Äpfeln. „Nach den unverzüglich begonnen Erhebungen durch die Sachverständigen der Österreichischen Hagelversicherung gehen wir aktuell durch den heurigen Spätfrost von einem Gesamtschaden an Obstkulturen von mehr als 50 Millionen Euro aus, die Hälfte davon betrifft die Steiermark“, so Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Hagelversicherung, in einer ersten Schadensbilanz.

Hagelversicherung

In Summe ist eine Fläche von 8000 Hektar geschädigt, zwei Drittel davon allein in der Steiermark. Die Sachverständigen der Österreichischen Hagelversicherung sind unter Einhaltung der Corona-Sicherheitsbestimmungen im Einsatz, um den betroffenen Landwirten rasche Hilfe zukommen zu lassen. „Zwar sind zwei von drei Apfelbauern gegen das Risiko Frost versichert, die Schäden sind aber oftmals existentiell. Als Partner der heimischen Landwirtschaft ist es uns ein Anliegen, rasche Hilfe im Schadensfall zu leisten. Gerade jetzt!“, so Weinberger.

Dritte Frost-Welle

Das ist heuer schon die dritte Frost-Welle, die über die steirischen Obstbauern hereingebrochen ist. Am 22. und 23. März gab es in den Nächten erstmals bedrohliche Minusgrade für die blühenden Steinobst-Kulturen. Durch den starken, eisigen Wind bildete sich damals jedoch keine klassische Inversionswetterlage wie in den Jahren 2016 und 2017, sondern es handelte sich damals um einen sogenannten Advektivfrost. Viele Frostschutzmaßnahmen konnten nicht eingesetzt werden.

In den ersten April-Tagen gab es wieder mehrere Frostnächte. Diesmal handelte es sich um eine klassische Inversionswetterlage mit niedrigen Temperaturen in tieferen Lagen. Bei einige Wetterstationen in der Steiermark wurden in diesen Tagen überhaupt neue Minusrekorde im April gemessen. Vor allem bei Marille, Pfirsich, Kirsche und Zwetschke gab es massive  Schäden.

 

Beitragsfoto: ÖHV

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