Kindheitstraum wurde Wirklichkeit

von Karl Brodschneider

Michaela Stock aus Oppenberg ist mit Leib und Seele Bäuerin, zweifache Großmutter und liebt alle Tiere.

Die als Liezener Stadtkind aufgewachsene Michaela Stock war schon von klein auf vom Wunsch beseelt, Bäuerin zu werden. „Wenn ich während einer Autofahrt irgendwo Kühe erblickt habe, musste meine Mutter stehenbleiben, damit ich mir die Tiere von näher anschauen konnte“, schmunzelt die Obersteirerin. Schon als 16-jährige verbrachte sie mit zwölf Kühen ihren ersten Almsommer allein auf der Hintersteiner Alm. Und als 17-jährige verschlug sie der Wunsch, ein ganz bestimmtes Haflingerpferd zu kaufen, auf den Greilhof in Oppenberg. Dieses Pferd „Mona“ hat sie heute noch.

Seither sind schon 23 Jahre vergangen. Zu ihren drei Kindern sind in der Zwischenzeit schon zwei Enkelsöhne dazugekommen. Zusammen mit ihrem Mann wurde das Bauernhaus völlig umgestaltet. Und auf dem auf einer Seehöhe von 1060 Meter gelegenen Hof sind zu den Rindern und Pferden immer wieder neue Tiere dazugekommen. Denn Michaela Stock ist als Frau bekannt, die „mit den Tieren redet“. Aktuell zieht sie bereits das vierte Rehkitz groß, das zu ihr gebracht worden ist. „Xaverl“ – so heißt das kleine Böcklein – hört (fast) auf jedes Wort von ihr.

Greilhof auf Facebook

In den sozialen Medien versucht sie durch regelmäßige Eintragungen ihre bäuerliche Arbeit darzustellen und die Menschen am Leben am Bauernhof teilhaben zu lassen. Zum Beispiel lud sie im Mai alle interessierten Kinder mit Eltern via Facebook ein, am Abend bei der Stallarbeit dabei zu sein. Motto: Wo kommt eigentlich die Milch her?

Einmal ein Jersey-Rind

In ihrem Fleckviehbestand möchte sie zeitnah auch ein Jersey-Rind sehen. „Dieses Rind mit seinen großen Augen ist kleiner und die Kinder trauen sich rascher heran“, sagt sie.

In Oppenberg ist Stock seit Jahren auch in der Bäuerinnenvertretung und im Bauernbund engagiert. Auch die traditionelle Tiersegnung am Stefanitag ist „ihr Kind“. Und wenn es passt, dann klingt bei ihr auch eine dichterische Ader durch. So zum Beispiel, wenn sie über das Almgehen schreibt: „Waunn ih auf die Oim auffigeh und meine Kaiberln siach do steh, daunn geht mas Herz auf und bin ih froh, so friedlich und z`friedn liengans do. Passt`s guat auf eich auf, da Summer is nu nit um, dauert nu a wenig, bis ih huin eich wieder kumm.“

 

Beitragsfoto: Brodschneider

 

 

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