Ein Tier, das sich lohnt

von Gernot Zenz

Alpakas sind ideal als zusätzliches wirtschaftliches Standbein am Hof. Sie sind genügsam, brauchen wenig Pflege und können hoch lukrativ sein. Hier Tipps zum Einstieg in die Alpaka-Welt.

Alpakas sind mit den Kamelen verwandt und haben ihre Heimat in den Hochebenen Südamerikas. Sie sind es gewohnt, mit kargem Futter und unwirtlichen Klimabedingungen klarzukommen. Das macht sie extrem bescheiden und deshalb auch leicht und günstig zu halten. Wirtschaftlich interessant für die Landwirtschaft wird dieses Tier durch seine Wolle und die Zucht, aber auch als Touristenattraktion, zum Beispiel beim Urlaub am Bauernhof. Hochwertige Alpakas sind auf der ganzen Welt gefragt, die Preise steigen ständig.

Der Einstieg in die Alpaka-Welt ist recht einfach. “Schon drei bis vier Stuten sind für den Anfang ausreichend”, weiß Thomas Pötsch, Präsident des Alpaka-Zuchtverbandes Österreich. Alleine halten darf man Alpakas aber auf keinen Fall, weil sie Herdentiere sind. Pötsch warnt dringend vor “Alpaka-Schnäppchen” im Internet.” Es müssen unbedingt herdbuchgeprüfte und im Verband registrierte Tiere sein. Einerseits, um die Gesundheit und das gute Erbgut zu garantieren, andererseits um bei der Zucht entsprechende Erträge erwirtschaften zu können.” Hier am falschen Platz zu sparen, kann langfristig richtig teuer kommen. Was man sonst noch braucht? Eine Wiese mit etwa 800 bis 1000 Quadratmeter pro Tier, einen dreiseitig windgeschützen Unterstand mit etwa drei Quadratmeter pro Alpaka, ein bisschen frisches Wasser und einen Leckstein für Mineralstoffe und Spurenelemente. Der Pflegeaufwand ist vergleichbar extrem gering. Füttern und ausmisten sind die Haupttätigkeiten.

Zucht und Wolle

Einmal im Jahr steht die große Schur an. Da werden die Alpakas von ihrem feinen und hochwertigen Wollkleid befreit. Wer das nicht selbst machen will, für den organisiert der Alpaka-Verband einen professionellen Alpaka-Scherer. Die Wolle wird dann von speziellen, regionalen Verarbeitern, die es in ganz Österreich gibt, zu den gewünschten Produkten verarbeitet, zum Beispiel Strickgarn, Socken, Hauben oder Bettwäsche. Diese können dann im Hofladen verkauft werden. Und das kann sich richtig lohnen, wie Thomas Pötsch weiß: “Die Faustregel besagt, dass mit einem Kilo Alpaka-Wolle sich etwa 100 Euro verdienen lassen.” Richtig gutes Geld kann man auch mit der Zucht machen. Die Nachkommen von guten Deckhengsten erzielen locker Preise von mehreren tausend Euro. Nur um die Dimensionen klarzustellen: in Übersee werden für gute Zuchthengste um die 50.000 Euro bezahlt.

Auch wenn das Preisniveau bei uns noch einiges darunter liegt, holt Mitteleuropa da laufend auf. Nicht vergessen darf man den Attraktionswert der hübschen und friedfertigen Tiere. Gerade für “Urlaub am Bauernhof”-Betriebe sind Alpakas ein echter Aktivposten. Alpaka-Spaziergänge oder auch Hofführungen sind für Gäste richtige Highlights. Auch für die Veranstaltung, etwa Hochzeiten oder Kindergeburtstagen, sind Alpaka-Höfe sehr beliebt. Schulführungen oder sogar Therapie-Einsätze sind zusätzliche Einnahmequellen, die erschlossen werden können. Alpakas können sich also in vielfacher Weise lohnen.

Weitere Infos auf www.alpaka-zv.at

Beitragsbild: kk

Zum Thema passend

Einen Kommentar abgeben

Diese Website benutzt Cookies. Wenn sie die Website weiter nutzen, gehen wir von ihrem Einverständnis aus. Ich stimme zu Datenschutzerklärung