“Alpakas werden immer gefragter”

von Gernot Zenz

Thomas Pötsch, Präsident des Österreichischen Alpakazuchtverbandes, über die Alpaka-Expo 2019, Alternativen auf der Weide und das Bindeglied zum Tourismus.

NEUES LAND: Die Alpaka-Expo im Februar 2019 steht an. Wie zufrieden sind Sie mit der letzten Expo?

Thomas Pötsch: Die Alpaka-Expo 2018 war für uns ein voller Erfolg. Mehr als 10.000 Besucher haben die Messe quasi gestürmt. Wir hatten Meldungen von mehreren Ausstellern, die bereits am Samstag ausverkauft waren. Die Nachfrage und damit auch der Preis nach Alpakas und Produkten aus ihrer Wolle ist nach wie vor stark steigend. Auch für die heurige Expo mit etwa 100 Ausstellern und mehr als 200 Tieren erwarten wir folglich einen neuen Besucherrekord.

Thomas Pötsch, Präsident des Österreichischen Alpakazuchtverbandes

Thomas Pötsch, Präsident des Österreichischen Alpakazuchtverbandes. Foto: Helmut Fröschl

NL: Was macht das Alpaka für die Landwirtschaft so interessant?

Pötsch: Das Alpaka ist die ökologisch wertvolle Alternative im Grünland und das Bindeglied zum Tourismus! Denn Alpakas sind an die ökologischen Gegebenheiten im Grünland perfekt angepasst. Sie wanderten auf weichen Sohlen, sogenannten Schwielen, durch die Graslandschaften. Diese Besonderheit aller Kamele führt dazu, dass keine Trittschäden auf den Weiden entstehen. Auch ihre Art zu fressen ist einzigartig. Sie rupfen das Gras nicht ab, sondern mit einer gekonnten seitwärts Bewegung des Unterkiefers schneiden sie die Halme ab.

In Österreich schreitet der Klimawandel stetig voran. Speziell der Süden und der Osten kämpfen mit immer häufiger auftretenden Trockenphasen und im Bergland werden die Verhältnisse durch Starkregenereignisse zunehmend labiler. Vegetationsschäden und  Humusverlust werden vermehrt zum Thema. Das Hauptthema in der Landwirtschaft wird in Zukunft eine erfolgreiche Klimaanpassungsstrategie sein. Das Alpaka ist hier genau die richtige Alternative.

 

NL: Was ist zu beachten, wenn man eine Alpaka-Zucht beginnt?

Pötsch: Man braucht gute Zuchttiere mit hervorragendem Genpool. Nur so ist sichergestellt, dass die Nachzucht gesund und von hoher Qualität ist. Auf keinen Fall Schnäppchen aus dem Internet mit ungewisser Herkunft kaufen. Hier sind die Sterberaten enorm hoch. Wir vom Zuchtverband helfen gern bei der Aufbau der Zucht und haben in unserer Akademie ein breites Spektrum an Fort- und Weiterbildungen, Seminaren und Workshops zur Alpaka-Zucht. Das aktuelle Ausbildungsprogramm ist unter www.alpaka-zv.at/akademie abrufbar.

Beitragsbild: fotorince – stock.adobe.com

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