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Rodeln: Sicherheitsfaktor Helm

von NEUES LAND

Ein Rodel-Crashtest zeigt: Ein Helm und die richtige Sitzposition verringern das Verletzungsrisiko für Kinder enorm.

Mehr als 2.200 Menschen verletzen sich jährlich bei Rodelunfällen in Österreich. Im Schnitt enden zwei davon tödlich. In der vergangenen Wintersaison starben sogar fünf Menschen. Dabei zählen Kollisionen mit stehenden Hindernissen wie beispielsweise Bäumen zu den häufigsten Todesursachen. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit hat gemeinsam mit dem Institut für Fahrzeugsicherheit der Technischen Universität Graz in einem computersimulierten Crashtest erstmalig Rodelunfälle untersucht – mit alarmierenden Ergebnissen: Ohne Helm sind tödliche Kopfverletzungen bei Kollisionen schon bei geringen Geschwindigkeiten möglich.

Kopfverletzungen

Anhand von Berechnungen und Computersimulationen mit virtuellen Menschmodellen wurde untersucht, welche Maßnahmen das Verletzungsrisiko beim Rodeln verringern können. Die Simulationen zeigen deutlich: Bei Kindern, die ohne Helm rodeln, besteht bereits ab rund 10 km/h ein erhebliches Risiko für schwere Kopfverletzungen. Ab einer Geschwindigkeit von rund  20 km/h steigt zudem das Risiko für Rippen- und Oberschenkelfrakturen. Die Untersuchungen belegen, dass ein Helm das Kopfverletzungsrisiko deutlich reduziert – unabhängig von der Geschwindigkeit und unabhängig davon, ob die Person frontal oder seitlich gegen ein Hindernis prallt.

Sitzposition

Einfluss auf den Verletzungsgrad bei Kindern hat außerdem deren Sitzposition, wenn sie gemeinsam mit Erwachsenen rodeln: Sitzt das Kind vorne am Schlitten, besteht neben dem Kopfverletzungsrisiko auch ein erhebliches Risiko für Verletzungen des Brustkorbs und der Oberschenkel des Kindes. Denn das Kind wird durch den dahinter sitzenden Erwachsenen förmlich in den Baum ‚gedrückt‘. Während für den Kopf schon allein der Anprall am Baum kritisch ist, sind Brustkorb und Oberschenkel durch das Gewicht der erwachsenen Person und durch die Interaktion mit dem Schlitten einer extremen zusätzlichen Belastung ausgesetzt. Sitzt das Kind hingegen hinten, hat es mit dem Rücken der erwachsenen Person gewissermaßen einen zusätzlichen Aufprallschutz für den Kopf, zumal der Rücken naturgemäß weicher ist als ein Baum oder eine Liftsäule. Fazit der Experten: Rodeln sollte man nur mit Helm, Kinder sollten hinten sitzen.

Beitragsfoto: Rémy MASSEGLIA – stock.adobe.com

 

 

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