„Wir erwarten gut 4000 Besucher“

von Karlheinz Lind

Siegfried Illmayer, Geschäftsführer des Schaf- und Ziegenzuchtverbandes, über das positive Image und gute Zukunftsaussichten.

 

NEUES LAND: Zum bereits zwölften Mal findet am Sonntag, dem 28. Juli, das Steirische Almlammfest im Zielstadion Hauser Kaibling (Haus im Ennstal) statt. Worauf können sich die Besucher heuer besonders freuen?

Siegfried Illmayer: Das Almlammfest ist jährlich der Höhepunkt des Almlämmerprojektes, das in der Region nicht nur für die Offenhaltung der Alm sondern auch für den Sommertourismus von großer Bedeutung ist. Beim heurigen Almlammfest erwartet die Gäste wieder ein sehr umfangreiches Programm: Köstlichkeiten vom Ennstal-Lamm, Oldtimer-Traktor-Treffen, Hauser-Kaibling Schafrennen, Einzug der Schafherde im Festgelände, Kinderprogramm, großes Gewinnspiel und natürlich musikalische Umrahmung!

 

NL: Wie viele Besucher erwarten Sie und wo liegen die größten Herausforderungen in der Organisation?

Illmayer: Ein so großes Fest – wir erwarten wieder rund 4000 Besucher – zu organisieren, funktioniert nur dank einer sehr guter Zusammenarbeit mit vielen Partnern in Haus im Ennstal. Mit dabei sind die Hauser Kaibling Bahnen, die Gemeinde, die Landjugend, der örtliche Tourismusverband sowie der Bauernbund und die Bäuerinnenorganisation.

 

NL: Die Schafhaltung gewinnt in den letzten Jahren ständig an Bedeutung. Worauf führen Sie diese Entwicklung zurück?

Illmayer: Es spielen hier mehrere Faktoren eine Rolle. Schafe werden überwiegend auf Klein- und Mittelbetrieben im Nebenerwerb gehalten. Durch die organisierte Vermarktung können flächendeckend alle Betriebe ihre Tiere unkompliziert vermarkten. Günstigere Stallbauten in Eigenregie, flexiblere Zeiteinteilung, kleinere Tiereinheiten aber auch das gute Image sind weitere Gründe, warum die Schafhaltung boomt.

 

NL: Ein eigens Almlammprojekt fördert die Beweidung von steilen Schipisten am Hauser Kaibling. Welche wichtigen Erkenntnisse konnten dabei gewonnen werden?

Illmayer: Mit diesem Projekt kann ganz klar aufgezeigt werden, wie wertvoll die Bestoßung der Almen aber auch Pistenflächen mit Weidetieren ist. Die Flächen werden nicht nur von Bewuchs freigehalten, sondern befestigen auch den Boden, vor allem nach Grab- und Umbauarbeiten und es kann dadurch sehr viel Erosion verhindert werden. Insgesamt gesehen ist jedoch die Umsetzung eines solchen Projektes sehr fordernd und bedarf eines sehr großen Einsatzes des Betreuungspersonales vor Ort. Es ist auch sehr schwierig, geeignetes fachkundiges Personal zu bekommen.

 

NL: Wo sehen Sie die steirische Schafzucht in fünf Jahren?

Illmayer: Die Nachfrage nach Produkten vom Schaf ist sehr gut. Wichtig ist, auf die Anforderungen des Marktes einzugehen und die geforderten Qualitäten zu produzieren. Dies gilt sowohl hinsichtlich Vollfleischigkeit als auch das Einhalten des geforderten Gewichtsrahmens. Auf europäischer Ebene gehen in wichtigen „Schafländern“ die Zahlen zurück – es besteht somit durchaus Potential im Bereich der Qualitätslämmerproduktion. Wir müssen es aber schaffen, verstärkt heimische Ware zum Konsumenten zu bringen! Wichtig wäre in diesem Zusammenhang auch die verpflichtende Herkunftsangabe in der Gastronomie. Problematisch könnte die Entwicklung im Bereich Beutegreifer werden – es müssen rasch vernünftige Entscheidungen getroffen werden, welche die bei uns übliche Weide- bzw. Almhaltung auch weiterhin ermöglichen. Infos: https://www.alpinetgheep.com/

Zur Person

Siegfried Illmayer ist seit 2003 Geschäftsführer des Steirischen Schaf- und Ziegenzucht-verbandes und führt mit seiner Familie in Niklasdorf einen Schafzuchtbetrieb (Tiroler Bergschafe) sowie eine Imkerei im Nebenerwerb. In der Abteilung Tierzucht der Landwirtschaftskammer Steiermark ist Illmayer für Schafe, Ziegen und Bienen zuständig.

Beitragsoto: privat

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