Die Situation ist untragbar

von Karl Brodschneider

Kurz vor Beginn der Almsaison gibt es wieder bestätigte Schafsrisse durch den Wolf. Landesrat Hans Seitinger fordert eine Lösung.

Die Diskussion über die Folgen der Kuh-Attacke ist noch gar nicht richtig abgeklungen, da geht`s schon an einer anderen Front weiter. Durchgeführte DNA-Tests haben nämlich bestätigt, dass die Anfang April auf einer umzäunten Weide in der obersteirischen Marktgemeinde Neumarkt getöteten Schafe – vier Lämmer und ein älteres Tier – von einem Wolf gerissen wurden. Landesrat Hans Seitinger sagte in einer ersten Stellungnahme dazu: „Es ist untragbar, dass Raubtiere, die derartig grausame Tötungen von Zuchttierherden vornehmen, in unserem Land nicht bejagt werden dürfen!“ Und Seitinger weiter: „Es geht hier nicht nur um den wirtschaftlichen Schaden, sondern vor allem auch um das Leiden, dass die Tiere ertragen müssen, die letztendlich aufgrund der brutalen Verletzungen oft erst Stunden später qualvoll verenden. Daher fordere ich, dass es rasch einen Schulterschluss zwischen dem Naturschutz und der Landwirtschaft geben muss!“

Heimatfilm-Idylle

Auch die steirische EU-Wahl-Spitzenkandidatin Simone Schmiedtbauer nahm dazu Stellung. In ihrer Ansprache beim Bundesbauernrat in Hitzendorf sagte sie: „Wir können nicht akzeptieren, dass Wölfe unsere Tiere reißen.“ Und sie fuhr fort: „Wir brauchen niemanden, der uns in einer Art Heimatfilm-Idylle erklärt, wie das mit den Wölfen funktionieren könnte.“

Die aktuellen Wolfsrisse sorgen bei vielen steirischen Bauern für Sorgenfalten, denn sie stehen kurz vor Beginn der Almsaison. Vor knapp einem Jahr ging die Wolf-Diskussion in der Steiermark so richtig los, nachdem es in Wald am Schoberpass einen ersten derartigen Fall gegeben hatte. Ein Mutterschaf war vor den Augen des Besitzers von einem Wolf gerissen worden.

Während verschiedene Tierschutzorganisationen daraufhin Vorschläge einbrachten, die Almen und Weiden einzuzäunen oder die Viehherden durch Hirten bewachen zu lassen, kam seitens der Almbauern eine klare Botschaft. Sie wollten eine Wolf-freie Zone. Almbauernobmann Anton Hafellner hatte damals klar und deutlich gesagt: „Der Wolf ist ein Raubtier und kein Kuscheltier. Er macht dort Beute, wo es ihm leicht gemacht wird. Und die Herde auf einer Alm ist für ihn wie ein reich gedeckter Tisch.“

Beitragsbild: byrdiak -stock.adobe.com

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