„Schafe sind kein Wolfsfutter“

von Karl Brodschneider

Der Unmut bei Schaf-, Rinder- und Almbauern über die vermehrten Wolfsrisse wächst. Das spürte man auch beim Steirischen Almtag.

 

Dorthin, wo ein Wolf vor einem Monat mehrere Schafe gerissen hatte, luden der Agrar- und Umweltclub unter Obmann Matthias Kranz und der Verein Wolfstopp zu einer Pressekonferenz ein. Der betroffene Bauer Josef Haberl aus Laas, Gemeinde St. Marein-Feistritz, sagte resignierend: „Wir haben einen Herdenschutzzaun und trotzdem der riss der Wolf die Schafe – und das direkt neben dem Haus.“ Josef Deutinger aus Spielberg, ein weiterer von einem Wolfsriss betroffener Landwirt fragte: „Wie kann ich meine Tiere überhaupt schützen? Einerseits sind wir durch die Teilnahme am ÖPUL-Programm zur Weidehaltung verpflichtet, andererseits kann es nicht der Weisheit letzter Schluss sein, dass wir die Tiere im Sommer im Stall behalten. Außerdem könnten wir viele unserer Weiden gar nicht mähen.“

Kalb gerissen

Agrar und Umweltclub

Schafbauer Josef Haberl, Landeskammerrätin Nicole Zenz und Agrarclub-Obmann Ökonomierat Matthias Kranz

Peter Kranz aus Gaal – er verlor auf der Alm ein Kalb – war wütend: „Und dann erklärt mir ein Naturschutzfanatiker, dass der Wolf nur kranke und schwache Tiere tötet.“ Schafbauer Markus Strasser aus Lobmingtal betonte. „Wir produzieren hochqualitative Lebensmittel, unsere Schafe sind kein Wolfsfutter!“ Für Agrarclub-Obmann Matthias Kranz und Karl Egger war daher eines klar: „Wir brauchen einen Wolf-freien Alpenraum!“

Ähnlich war die Stimmung auch beim Steirischen Almtag in St. Lambrecht. Almwirtschaftsvereinsobmann Anton Hafellner erklärte: „Es ist grausam anzusehen, wenn Nutztiere auf den Almen von Wölfen gerissen und dabei meist nicht tödlich verletzt werden, sondern oft erst Tage danach qualvoll verenden. Wir Almbauern verstehen nicht, wenn man beim Wolf dann noch immer von Tierschutz spricht, aber derartiges Leid an Tieren zulässt. Wir sind streng gegen die Wiederbesiedelung des Großraubwildes bei uns auf den Almen und wünschen uns mehr Verständnis in der Gesellschaft.“ Diesbezüglich präsentierten die Almbauern auch ein entsprechendes Großflächenplakat.

Die Sängerrunde „Kohlröserl“ Zeutschach und der Musikverein St. Blasen sorgten für die Umrahmung des Festtages, die Bäuerinnen der Region für das leibliche Wohl der Besucher. Unter ihnen waren auch LR Hans Seitinger, Kammerpräsident Franz Titschenbacher, Kammerobmann Martin Hebenstreit, Bürgermeister Fritz Sperl, Obfrau Claudia Sperl und Geschäftsführerin Marie-Luise Mürzl vom Naturpark Zirbitzkogel-Grebenzen, Holzwelt -Geschäftsführer Harald Kraxner und andere mehr. Pater Gerwig Romirer feierte die traditionelle Almandacht.  

Ehrungen beim Almtag

Johanna Kammerhofer wurde für 20 Jahre Schriftführerin bei der Agrargemeinschaft Kommune Jauring und Maximilien Steier für 11 Jahre Almmeister und 27 Jahre Obmann der erwähnten Agrargemeinschaft geehrt. Die anwesende Magdalena Seitinger, Mutter von Landesrat Hans Seitinger, vollendete am selben Tag das 85. Lebensjahr, ihr wurde herzlich gratuliert.  

 

Beitragsfotos: Brodschneider, Galler      

 

 

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