Österreichs größter Brotwettbewerb

von Karl Brodschneider

Die Sieger der Landes-Brotprämierung stehen fest und werden am 25. August offiziell geehrt.

Die von der Landwirtschaftskammer Steiermark durchgeführte Landesprämierung Brot ist nicht nur der älteste, sondern auch der größte Brot-Bewerb in Österreich. „Nur Brote mit natürlichen Zutaten aus der Region und nach individuellen Hausrezepten gebacken, stehen auf dem Prüfstand der Landes-Brotprämierung“, betont Landesbäuerin Gusti Maier. Und weiter: „Diese und die große geschmackliche Vielfalt sind ein starkes Statement der heimischen Bäuerinnen gegen den industriellen Einheitsgeschmack, gegen Geschmacksverstärker und künstliche Zusatzstoffe“. Insgesamt machten bei dieser am Mittwoch stattgefundenen Prämierung im Steiermarkhof 66 landwirtschaftliche Betriebe und vier landwirtschaftliche Fachschulen mit. Sie reichten insgesamt 214 Brote ein.    

Neukreationen

„Immer mehr Brotbäuerinnen und Brotbauern messen ihre Brotqualität bei der Landesprämierung“, freut sich Verkostungschefin Eva Lipp über das ungebrochene Interesse. Weil die Bäuerinnen ständig neue Brotkreationen auf den Markt bringen, wurde die Landesprämierung von fünf auf neun Kategorien ausgeweitet. „Dadurch entstand eine noch größere Geschmacksvielfalt“, erläutert Lipp. Zu den heurigen Neukreationen zählen: weiß-grünes Eiweißbrot, pikante Erdäpfelräder, Fleischbrotstangerl, Urkörnerbrot, Müsliwecken, Weinkranzl, steirisches Grammelbrot, steiles Erdäpfel-Rosmarinbrot, Käferbohnenbrot vom Holzofen, Zwiebelbrot.

Landesbäuerin Auguste Maier und Verkostungschefin Eva Lipp freuen sich über die hohe Qualität des steirischen Bauernbrotes.

Bäuerliche Brote werden ausschließlich aus Roggenmehl, teilweise Weizenmehl oder auch anderen Getreidesorten, Wasser, Natursauerteig, Salz sowie Gewürzen wie Kümmel, Anis, Fenchel und Koriander hergestellt. „Wegen der ausschließlich natürlichen Zutaten schmeckt Bauernbrot besonders gut und ist lange haltbar“, betont Landesbäuerin Gusti Maier. Dazu kommt der Faktor Zeit: Der Brotteig entsteht durch entsprechend lange Rastzeiten mehrere Stunden, bis er backfertig ist. Der echte Natursauerteig in Kombination mit einer langen Teigführung bewirkt, dass Bauernbrot ein besonders hochwertiges und gesundes Lebensmittel ist. Lipp klärt auf: „Schnell gemachte Brote und Semmeln in Massenproduktion sind durch ihre verwendeten Mehle und ihre schnelle Teigführung für viele Konsumenten mit beispielsweise Glutensensitivität und auch für gesunde Menschen nicht verträglich. Bauernbrot in Natursauerteigführung hingegen verbessert sogar die Verdaulichkeit.“

Hohe Teilnehmerzahl

Die Landesbrotprämierung brachte auch viele Neueinsteigerinnen. Von den 70 mitmachenden Betrieben stellten sich zwölf zum ersten Mal diesem Qualitätswettbewerb. Auch das Interesse die Jugend ist groß: Einerseits geben die schon etablierten Brotbäuerinnen ihr Wissen an ihre Kinder weiter, andererseits nehmen auch landwirtschaftliche Fachschulen teil. Insgesamt waren bei der Landesbrotprämierung 21 Jugendliche am Start. Die jüngste Teilnehmerin ist zehn Jahre alt und kommt aus St. Peter-Freienstein und die älteste 90 Jahre alt und kommt aus Stallhofen.

Die Jury bewertete die eingereichten Brote nach 80 Kriterien.

 

Eine Experten-Jury – alle 24 Jurymitglieder sind selbst Brotbäcker und teilweise auch ausgebildete Brotsommeliers – testete und beurteilte die eingereichten Brote nach mehr als 80 Prüfkriterien. „Das steirische System hat sich bewährt und wird auch in anderen Bundesländern und bei der Bundesprämierung umgesetzt“, sagt Lipp. Und weiter: „Bei der Beurteilung geht es um das optische Erscheinungsbild des ganzen Brotes, um eine gleichmäßige Krume, um die Kaubarkeit und vor allem um den Geschmack, der in der Bewertung den höchsten Gewichtungsfaktor hat.“  

Neben dem Landessieg mit Siegerurkunden und spezieller Brotkennzeichnung werden die besten Brote ferner mit der „Ähre in Gold“ ausgezeichnet. 100 Punkte sind für diese Auszeichnung Voraussetzung. Nur makellose Brote können gewinnen.

Die Siegerbrote der Landes-Brotprämierung sowie die ausgezeichneten Brote sind für die Konsumenten eindeutig erkennbar: Die Brot-Bäuerinnen umwickeln sie mit der Prämierungsschleife „Brotprämierung 2019 der Landwirtschaftskammer Steiermark“. Diese Brote garantieren höchste Qualität, außerdem stimmt der Preis.  

Sieger der Landes-Brotprämierung

Die Landessieger 2019 sind ermittelt und werden im Rahmen der Steirischen Weinwoche am Sonntag, 25. August, um 14 Uhr, im Weindorf mitten in Leibnitz offiziell geehrt.

Bauernbrot: Fachschule Grottenhof, Krottendorfer Straße 110, 8052 Graz.

Bauernbrot vom Holzofen: Maria und Franz Nigitz, Takern II 47, 8321 St. Margarethen an der Raab.

Brot mit Ölsaaten: Andrea Harb, Zeil 57, 8225 Pöllauberg.

Vollkornbrot: Maria und Franz Nigitz, Takern II 47, 8321 St. Margarethen an der Raab.

Dinkelbrot: Bianca Luef, Edlingstraße 17, 8792 St. Peter-Freienstein.

Innovative Brote: Andreas Fritz, Unterer Kreuzberg 649, 8583 Edelschrott.

Gesunde Schuljause: Brigitte Aichelsreiter-Holzmann, Deutsch Haseldorf 44, 8493 Klöch.

Kreative Brote: Maria Weinhandl, Edla 18, 8093 St. Peter am Ottersbach.

Nachwuchsbäckerinnen: Romana Nigitz, Takern II 47, 8321 St. Margarethen an der Raab.

 

 

Beitragsfotos: Brodschneider, LK-Danner

 

 

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