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Mobil am Hof Geflügel schlachten

von Karlheinz Lind

Ein innovativer, mobiler Geflügelschlachtanhänger eröffnet zahlreichen Direktvermarkten neue Möglichkeiten und schließt eine Bedarfslücke am Markt.

Die Nachfrage vieler Konsumenten nach Geflügelfleisch aus der Region steigt seit einigen Jahren stetig an. Gleichzeitig wächst die Gruppe an jenen Konsumenten, die küchenfertiges Fleisch ohne vorangegangene Lebendtiertransporte beziehen wollen. Nach zwei Jahren Vorbereitungszeit betreibt der Maschinenring in Kooperation mit dem Land Steiermark nun steiermarkweit einen innovativen Lösungsansatz, um die Lücke zwischen Produzentenmöglichkeiten und Verbraucherwünschen zu schließen: Eine mobile Geflügelschlachtung.

Für Betriebe ergeben sich damit neue Möglichkeiten, ausgediente Legehennen als Suppenhühner zu vermarkten oder Mastgeflügel mit einem zusätzlichen Betriebszweig für die Direktvermarktung aufzubauen. Durch die mobile Geflügelschlachtung, bei der lange Transportwege vermieden werden und die Schlachtung direkt am Hof gemeinsam mit einem Metzgermeister geschieht, können alle Arten von Geflügel – Lege- oder Masthennen, Puten, Enten bis hin zu Gänsen – aufbereitet werden. Die direkte, hygienische Schlachtung am Hof bietet Landwirten die Chance, ihre Produktion transparenter zu gestalten und die Transport- und Vermarktungswege kurz zu halten. Durch die mobile Lösung entfällt für Landwirte zudem der Bau eines eigenen Schlachtraums und sie profitieren von den Fachkenntnissen der ausgebildeten Metzger.

Landesweit im Einsatz

Bereits im Vorfeld wurde das mobile „Schlachthaus“ bei den knapp 17.000 steirischen Maschinenring Mitgliedern beziehungsweise in landwirtschaftsnahen Medien beworben, um den Bedarf und die Auslastung einschätzen zu können. Der Maschinenring koordiniert als Betreiber die Einsatztermine und Routen. Durch Sammeltermine und Kettenschlachtungen können auch Landwirte mit kleineren Geflügelbeständen von der mobilen Schlachtung profitieren. „Die gute Nachfrage bestätigte unsere Entscheidung und der mobile Schlachtanhänger ist seit dem ersten Tag der Anschaffung landesweit im Einsatz,“ fasst Sepp Wumbauer, Landesobmann Maschinenring Steiermark, die Notwendigkeit der Umsetzung dieses Projekts zusammen.

„Das Schlachtmobil ist somit eine ideale Lösung für kleinstrukturierte Betriebe und entspricht dem höchsten Tierwohlstandard, erfüllt alle rechtlichen und hygienischen Vorgaben und ist im ganzen Land einsetzbar. Mit dieser innovativen Lösung zur mobilen Geflügelschlachtung werden neue Maßstäbe gesetzt,“ ist Landesrat Johann Seitinger überzeugt und gratuliert allen engagierten und motivierten Personen, die an der Verwirklichung mitgearbeitet haben.

Ausstattung

Das Schlachtmobil ist mit allen erforderlichen Geräten und Vorrichtungen ausgestattet. Von einer besonders schonenden elektrischen Betäubung über einen an die jeweilige Geflügelart angepassten Schlachttrichter bis hin zu einem Brühkessel und einer Rupfmaschine vereint die mobile Lösung höchsten Standard. Für viele Betriebe ist die Geflügelhaltung ein attraktiver Betriebszweig, jedoch die Anschaffung eigener Gerätschaften und der Bau von Räumlichkeiten für die Schlachtung meist wirtschaftlich nicht darstellbar.

Hannes Grießer betreut als Metzgermeister die mobile Geflügelschlachtanlage und ergänzt: „Diese mobile Lösung bietet für zahlreiche Direktvermarkter eine Chance, schließt eine Bedarfslücke am Markt und steht für eine transparente Produktion.“ Mit dem neuen Modell der mobilen Geflügelschlachtung werden somit bäuerlichen Betrieben neue Wege in der Direktvermarktung und bei der Schaffung neuer Einkommensmöglichkeiten eröffnet

Nähere Informationen zur mobilen Schlachtanlage erhält man beim Maschinenring Steiermark, Markus Lafer, unter Tel. 03152 5200 sowie auf www.maschinenring.at.

 

Mobile Geflügelschlachtung

Was ist für den Einsatz erforderlich?
  • Anmeldung beim Maschinenring
  • Zufahrtsmöglichkeit (Engstellen, Spitzkehren und Sackgassen bekannt geben)
  • Geeigneter, ebener Standort
  • Abflussmöglichkeit für Abwasser in der Nähe (Kanal oder Güllegrube)
  • Starkstromanschluss mit 16 Ampere
  • Wasseranschluss: ½ Zoll
  • Behälter für Schlachtabfälle
  • Kühlmöglichkeit für Schlachtkörper
Einsatzmöglichkeiten
  • Touren – mehrere Betriebe an einem Tag
  • Kettenschlachtungen – mehrere Betriebe schlachten gemeinsam an einem Ort
  • Einzelbetriebliche Schlachtung – idealerweise ab 100 Hühnern

Beitragsfoto: Maschinenring, G. Linshalm

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