Weichberger

Land schnürt zweites Corona-Hilfspaket

von Karl Brodschneider

Im zweiten Corona-Hilfspaket stellt das Land Steiermark 45 Millionen Euro für die Bewältigung der Folgen der jetzigen Krise bereit.

Noch nie zuvor in der Geschichte der Zweiten Republik gab es in der Steiermark so viele Menschen, die um ihren Arbeitsplatz bangen oder gar keinen Job mehr haben wie jetzt. Wie Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer am Dienstag vor der Presse mitteilte, befinden sich aktuell 180.000 Steirerinnen und Steirer in Kurzarbeit. 63.000 sind als arbeitslos gemeldet und 7000 sind derzeit in Schulungsprogrammen. Daher schnürt nicht nur der Bund milliardenschwere Hilfspakete. Auch das Land Steiermark steckt viel Geld in Förderungsmaßnahmen, damit es bald wieder aufwärts geht.

Das erste Corona-Hilfspaket, das Anfang April präsentiert worden war, stellte für heimischen Unternehmen 53 Millionen Euro bereit. Das Land übernahm dabei die Zinsen der Überbrückungsfinanzierungen des Bundes für Unternehmen. Es gab einen Härtefonds für besonders betroffene Branchen sowie die Förderung für den Ausbau von Telearbeitsplätzen.

Das nun vorgestellte zweite Corona-Hilfspaket in der Höhe von 45 Millionen Euro dient vor allem der Unterstützung der Arbeitnehmer, der Land- und Forstwirtschaft sowie des Tourismus. Zudem soll damit Eltern bei Zahlungen für Kinderbetreuungseinrichtungen geholfen werden. Und für die steirischen Gesundheitseinrichtungen soll es künftig genügend Schutzausrüstungen geben.

Gemeinsam mit AMS

Mit der „Corona-Stiftung“ hilft das Land jenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die durch die Krise arbeitslos geworden sind. Rund 20 Millionen Euro werden dafür gemeinsam mit dem Arbeitsmarktservice (AMS) in den nächsten ein bis drei Jahren eingesetzt. Mehrere Tausend Menschen haben so wieder eine berufliche Perspektive. Besonders Frauen und junge Menschen sollen für den zentralen Bereich Pflege, aber auch in Berufsfeldern zum Thema Klimaschutz oder hochwertigen Tourismus qualifiziert werden.

„Wir sind in der glücklichen Lage, einen Industrie- und Wohlfahrtsstaat zu haben, der in der Lage ist, eine so große Anzahl an Menschen durch diese schwere Zeit zu tragen“, sagte Schützenhöfer. Er betonte aber: „Das kann kein Dauerzustand sein! Deshalb müssen wir alles tun, damit die Menschen möglichst rasch wieder Arbeit haben.“

Landeshaushalt

Landeshauptmannstellvertreter Anton Lang – er ist in der Landesregierung für die Finanzen zuständig – stellte aber klar: „Es werden uns im Landeshaushalt 400 Millionen Euro fehlen. Wir müssen darauf achten, dass wir keine Liquiditätsprobleme bekommen.“

Beide kündigten an, dass es noch ein drittes Hilfsprogramm geben wird, das ein Konjunkturpaket für die Zeit nach der Krise sein soll. Und sie sicherten auch den steirischen Gemeinden die Unterstützung des Landes zu. Der Einkommenswegfall durch Kommunalsteuerrückgänge sowie stark gesunkene Ertragsanteile treffen die Kommunen schwer. Viele geplante Vorhaben können nicht verwirklicht werden.

 

Beitragsfoto: Land Steiermark/Jesse Streibl

 

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