Im „Krippen-Fieber“

von Ewald Wurzinger

Krippenbauen ist beliebt wie nie. Auch entscheiden sich Hobby-Bastler immer öfter für exotischere Darstellungsformen.

„Mich hat nicht die Grippe, sondern die Krippe erwischt“, lacht Anita Mogg über ihre Leidenschaft, Weihnachtskrippen zu bauen. „Vom Sammeln der Materialien in der Natur bis zum Basteln im Keller, Krippenbauen ist regelrecht eine Sucht“, so die Oststeirerin. Als Obfrau des Vereins „Krippenfreunde Oststeiermark“ weiß sie auch, dass sie mit dieser Leidenschaft nicht alleine ist. Alleine im Jahr 2019 kann der Hobby-Verein 20 Neuzugänge verbuchen, ein Drittel davon sind Frauen. Steiermarkweit sind derzeit übrigens in acht Vereinen mehr als 480 Krippenbauer offiziell registriert, die Tendenz ist steigend. „Die Leute sehnen sich in ihrem stressigen Alltag immer öfter nach einem beständigen Hobby und wollen alte Traditionen in ihrer Freizeit leben“, weiß Mogg.

Anita Mogg

Anita Mogg ist Obfrau des größten Krippenbauvereines der Steiermark. Foto: kk

In wöchentlichen Kurseinheiten werden dabei Hobby-Gestalter von Krippenbaumeistern Schritt für Schritt beim Basteln begleitet – vom Formen der Ziegel bis zum Schnitzen der Schindeln, vom Kleben der Figuren bis zur Installation von Beleuchtungen. „In jedem von uns steckt ein Krippenbauer, der eine braucht mehr, der andere weniger Hilfe. Aber Talent dazu hat jeder“, lässt Anita Mogg wissen. Sie und ihre Krippenfreunde laden übrigens zur großen Ausstellung am kommenden ersten Adventwochenende sowie am nächsten Wochenende in die Krippenwerkstatt am Hartberger Rotkreuzplatz. Mehr als 200 Exponate werden zu sehen sein. Dabei zeigt der größte steirische Krippenverein einen Querschnitt aus über 30 Jahren Vereinsarbeit: Weihnachtskrippen, Passionskrippen und handgeschnitzte Heiligenfiguren.

Äthiopien statt Eisenerz

Einer der begnadeten steirischen Krippenbauer ist Franz Hammer aus Fehring. Er hat 2016 mit seiner ersten Krippe begonnen und vor kurzem seine 100. Krippe fertiggestellt. Bei ihm unterscheiden sie sich vor allem in der Art der bauwerklichen Darstellung. Während die Originalkrippe im orientalischen Umfeld steht, verpflanzt er das berühmte Motiv oft in die Kulisse seiner Heimat. Auch hat er schon versucht, völlig neue Umfelder an das gewöhnliche Krippenmotiv anzuschließen. „Äthiopien wirkt hier vom Baustil her fast interessanter als Eisenerz“, lacht der Experte. Von seiner persönlichen Krippenkunst kann man sich am kommenden Sonntag, 1. Dezember, ab 11 Uhr in der Fehringer Pfarrkirche überzeugen.

Franz Hammer

Franz Hammer ist bekannt für seine kreative Krippenkunst. Foto: kk

 

Beitragsbild: Privat

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