Weichberger

Kirchliche Feiern und österliches Brauchtum

von Karl Brodschneider

Ostern wird heuer anders gefeiert, als wir das gewohnt sind. Die Katholische Kirche Steiermark informiert.

Trotz der reduzierten Form bemüht sich die Katholische Kirche Steiermark um schöne Möglichkeiten des Mitfeierns. Wegen der behördlichen Einschränkungen bleiben die öffentlichen Gottesdienste vorerst bis 13. April ausgesetzt. Die liturgischen Feiern am Palmsonntag, Gründonnerstag, Karfreitag und in der Osternacht können Priester, die einer Gemeinde vorstehen, nicht öffentlich, mit einer kleinen Gruppe stellvertretend für die ganze Gemeinde feiern.

Die Katholische Kirche Steiermark wird die Gottesdienste medial begleiten. Die Bischofsgottesdienste und auch andere sind zumindest per Livestream zu sehen. Informationen dazu gibt es auf der Website der Diözese. Prozessionen, Fußwaschungen, Kelchkommunionen am Gründonnerstag und das Berühren oder Küssen des Kreuzes am Karfreitag sind untersagt.

Osterspeisensegnung

Leider können die Segnungen der Palmzweige und der Osterspeisen in der bekannten Form heuer nicht stattfinden. Hier werden einige Pfarren spezielle Initiativen setzen. Außerdem wird die Katholische Kirche Steiermark Hilfen für Segensfeiern im privaten Raum anbieten. Geplant ist zudem, einen Mittagssegen zum Ostermahl mit Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl am Karsamstag von 13.10 bis 13.30 Uhr in ORF 2 zum Mitfeiern zu übertragen. Das heißt, der eigene Tisch kann also zum Mitfeiern mit den Osterspeisen gedeckt sein. Am Ostersonntag werden die Kirchenglocken um 12 Uhr als Zeichen für die Osterbotschaft und Auferstehung von Jesus Christus läuten.

Palmbuschen und Kinder

Die Palmprozessionen entfallen 2020 in ganz Österreich.

Immer abhängig von den Entwicklungen rund um das Coronavirus und den Vorgaben der Behörden ist geplant, dass – wenn wieder öffentliche Gottesdienste möglich sind – zuerst alle Requien nachgeholt werden. Aufgeschobene Taufen können dann durchaus im Rahmen von Sonntagsmessen stattfinden; sie sind ja das Zeichen der Aufnahme in die Gemeinde. Trauungen werden so geplant, dass sich die Brautleute gut auf das Ehesakrament vorbereiten können. Erstkommunionen und Firmungen sollen, wenn möglich, im Herbst nachgeholt werden. Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl und andere Firmspender werden am Ende der Sommerferien in größeren Kirchen das Firmsakrament spenden.

 

gestickte Ostereier

Gestickte Ostereier mit österlichen Motiven.

„Für uns als Kirche, die wir von und für die Gemeinschaft und die gemeinsame Feier leben, ist die Situation bedrückend. Wir bemühen uns aber, allen Gläubigen auf vielfältige Art und Weise nahe zu sein“, betont Bischof Wilhelm Krautwaschl. Auch durch tatkräftige Hilfe und Unterstützung – und Impulse zu geben, damit auch in einer Zeit wie dieser schöne Feiern möglich sind“, sagt Bischof Wilhelm, „erhalten wir uns im österlichen Sinn die Hoffnung, dass wir bald wieder wie gewohnt miteinander leben und auch feiern können“.

Hirtenwort des Bischofs

Für den Palmsonntag, zur Feier der Heiligen Woche, hat er folgendes Hirtenwort geschrieben: „Eine besondere Fastenzeit liegt hinter uns. Wir treten mit dem Palmsonntag ein in die große ,Heilige Woche des Leidens, Sterbens und Auferstehens unseres Herrn‘. Diese Tage werden in diesem Jahr ihr besonderes Gepräge haben: vieles von dem, was ,üblich‘ ist, ist uns genommen: so etwa gibt es keine öffentlichen Gottesdienste. Nicht genommen aber kann uns werden, dass wir aus dem Glauben an den Tod und die Auferstehung Jesu Christi gerade unter den aktuellen Umständen Kraft schöpfen und für unsere Welt Lebens-Hoffnung finden können.

 

Bischof Krautwaschl

Bischof Wilhelm Krautwaschl hat einen Hirtenbrief verfasst.

Viele sozialen Kontakte sind uns zurzeit genommen. Nicht genommen kann uns werden, dass wir seelsorglich in vielfältiger Art und Weise für Sie da sind und dass sich viele aus unserer Gemeinschaft ganz selbstverständlich, still und leise, in Organisationen wie der Caritas oder den Vinzi-Werken, im Krankenhaus- und Pflegebereich sowie weiteren Einrichtungen haupt- oder ehrenamtlich für andere einsetzen und ihnen zu leben helfen.

Als katholische Kirche in der Steiermark bemühen wir uns, mit Ihnen diese Tage zu feiern. In der ein oder anderen Zeitung haben Sie Handhaben erhalten, wie Sie diese Tage im Kreis Ihrer Lieben zu Hause begehen können. Feiern Sie die Tage in den Medien mit: viele Angebote sind mittlerweile bekannt und auf unserer diözesanen Internetseite unter www.katholische-kirche-steiermark.at abrufbar.

 

Ich weiß: das uns ,Auferlegte‘ ist eine große Herausforderung – auch für mich. Das gelingt einmal leichter, einmal schwerer. Nehmen wir diese Herausforderung an! Gehen wir gemeinsam Schritt für Schritt mit alledem hinein in die heiligste Woche für uns Christen im Laufe des Jahres. Viel Gewohntes ist heuer nicht möglich – und gerade deswegen werden es besondere Tage werden.

Ich bin Ihnen, den vielen, die für die Gesellschaft und Kirche tätig sind, den Kranken und all jenen, die zu Hause sein müssen, im Gebet verbunden und bitte Sie darum, uns und unser Leben vor ,Gott hinzuhalten‘, darauf vertrauend, dass der auferstandene Jesus Christus immer mit uns ist. ER segne und behüte Sie!“

 

Beitragsfotos: Brodschneider, Fürbass, Neuhold

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