Kampagne zeigt Wirkung

Bodenverbrauch rückläufig in Österreich, Hagelversicherung

Täglich werden in Österreich viele Hektar an fruchtbarem Boden verbaut. Die Kampagne der Hagelversicherung, die negative Effekte des Bodenverbrauchs aufzeigt, scheint nun erste Früchte zu tragen.

Die kürzlich veröffentlichten Zahlen des Umweltbundesamtes zeigen einen erfreulichen Trend: In den Jahren 2016 bis 2018 wurden 11,8 Hektar pro Tag, insbesondere für Bau-, Verkehrs- und Betriebsflächen, neu beansprucht. Das bedeutet einen Rückgang um rund neun Prozent gegenüber dem Zeitraum von 2015 bis 2017. „Diese Entwicklung ist äußert positiv. Wir liegen aber noch immer über dem Ziel der Österreichischen Nachhaltigkeitsstrategie aus dem Jahr 2002, wo der tägliche Bodenverbrauch mit 2,5 Hektar festgelegt wurde“, so der Vorstandsvorsitzende der Österreichischen Hagelversicherung, Kurt Weinberger, in einer ersten Stellungnahme und ergänzt: „Tatsache ist, dass in Österreich noch immer zu viel an Fläche täglich neu verbaut wird. Wir müssen uns diesem bedrückendsten Umweltproblem stellen und auch weiterhin konsequent an einer Korrektur der Bodenpolitik arbeiten.“

Bodenverbrauch in Österreich rückläufig

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Mit immer weniger Boden…

  • … ist unsere Versorgung mit heimischen Lebensmitteln zunehmend gefährdet.
  • … riskieren wir die rund 500.000 Arbeitsplätze entlang der agrari­schen Wertschöpfungskette.
  • … verlieren wir weiter die Schönheit der Natur Österreichs.
  • … wird am Ende auch der Tourismus verlieren.
  • … kommt es zu einem weiteren Verlust der Artenvielfalt.
  • … wird der Klimawandel beschleunigt, Dürre- und Überschwemmungsschädennehmen zu.

 

Leerstand nützen, Boden schützen

Auf der anderen Seite haben wir einen Leerstand in Österreich in der Größenord­nung der Stadt Wien. Landauf, landab werden aber neue riesige Industriehallen und Gebäude – meist ohne vorhandene Infrastruktur (Kanalisation, Straßen) – sowohl in Städten, aber auch auf dem Land errichtet. Diese oft überdimensionierten Bauwerke zerstören die ländlich gewachsenen Strukturen und sind ein Schandfleck für die Landschaft. „Die Revitalisierung der mehr als 40.000 Hektar leerstehenden Immobilien ist das Gebot der Stunde. Als Finanzmanager, der aus der Wirtschaft kommt und ständig mit den zunehmen­den Naturkatastrophen konfrontiert ist, habe ich keine Berührungsängste mit dem Wort ‚Nachhaltigkeit‘. Im Gegenteil: Ökologische, ökonomische und soziale Interessen ergänzen – vernünftig eingesetzt – einander. Die Natur braucht uns nicht, wir aber brauchen die Natur. Andernfalls werden uns unsere Enkel und Urenkel später im doppelten Sinn sagen: Warum habt ihr uns damals unsere Zu­kunft verbaut?“, bringt es Weinberger auf den Punkt.

Beitragsbild: Bits and Splits – stock.adobe.com Diesen Artikel drucken Diesen Artikel drucken

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