Praxis der Theorie voraus

Die Humus-Tage der Ökoregion Kaindorf entwickelten sich zu einer stark nachgefragten Veranstaltung. Das Team um Gerald Dunst hat in der Zukunft aber noch einiges vor.

In der Ökoregion Kaindorf gingen bereits zum 13. Mal die Humus-Tage über die Bühne. Mehr als 400 Landwirte und Spezialisten aus acht europäischen Ländern nahmen daran teil und folgten mit großem Interesse den zahlreichen Fachvorträgen. Durch die Veranstaltung führte ORF-Biogartenexpertin Angelika Ertl-Marko. Landesrat Hans Seitinger: „Es macht mich stolz, dass die Ökoregion Kaindorf als Themenführer in der Humusforschung weltweit anerkannt ist. Der Boden ist die Basis für die Landwirtschaft, daher ist es wichtig, ihn in einem besseren Zustand übergeben, als wir ihn übernommen haben. Dafür sind der Aufbau und der Erhalt von Humus essentiell.“

Die erfolgreichen Humus-Landwirte, die eine nachweisliche Erhöhung ihrer organischen Substanz im Boden erreichen konnten, erhielten wieder Zertifikate. Diesmal im Wert von rund 30.000 Euro. LK-Vizepräsidentin Maria Pein: „Wir arbeiten mit der Ökoregion Kaindorf sehr gut zusammen und führen auch Praxisversuche und Feldbegehungen zum Thema Humus-Aufbau durch. Die größte Hürde ist es, die neuesten Erkenntnisse auch in der Beratung umzusetzen. Dafür planen wir in der Südoststeiermark ein Kompetenzzentrum einzurichten.“

Advertisements

Diesmal wurden wieder Zertifikate an erfolgreiche Humus-Landwirte überreicht. Foto: Erna Grabner

Wissen aufbauen

Gerald Dunst, Leiter der Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaft der Ökoregion Kaindorf, beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem Themenkomplex Humus und erklärt: „Wir sehen, dass wir in der Praxis Entwicklungen beobachten, die in Theorie und Wissenschaft noch nicht erklärt werden können oder sogar als nicht möglich betrachtet werden. Wenn wir unser gesamtes Wissen auf einer Skala von eins bis zehn einordnen würden, wären wir vermutlich erst bei drei. Wir wissen noch viel zu wenig über das Bodenleben und das Potential des Humus-Aufbaus ist weit größer, als wir ursprünglich angenommen haben. Um diesen Zustand zu verbessern, möchten wir ein Forschungs- und Kompetenzzentrum in der Ökoregion Kaindorf aufbauen, um alle Praxisversuche auch wissenschaftlich begleiten zu können.“

Bereits jetzt arbeitet der Humus-Pionier intensiv mit der Universität für Bodenkultur in Wien zusammen und ist froh, dass sich das Institut für Bodenkunde stark für dieses Thema interessiert. Sein gesammeltes Wissen fasst Gerald Dunst immer wieder in Büchern zusammen, in denen er praxisnah und verständlich viele Inhalte erklärt. Sein Buch „Humusaufbau“ ist kürzlich in der zweiten, erweiterten Auflage erschienen. Nähere Informationen auf sonnenerde.at.

Beitragsbild: Erna Grabner

 

Diesen Artikel drucken Diesen Artikel drucken

Kommentieren

*