Parktherme

Eine von 23 Bürgermeisterinnen

von Karl Brodschneider

Seit einem Jahr ist Waltraud Walch Bürgermeisterin der Marktgemeinde Dobl-Zwaring und nimmt sich für dieses Amt sehr viel Zeit.

Von den 286 Bürgermeistern in der Steiermark sind 23 weiblich. Eine von ihnen ist Waltraud Walch aus Dobl-Zwaring. Vor einem Jahr folgte sie dem Bauern Toni Weber als Bürgermeisterin nach. „Den Tag der Wahl werde ich nie vergessen“, erzählt Walch. „Ich war sehr angespannt, schließlich ist so ein Amt eine große Ehre und eine große Herausforderung.“ Um diese Tätigkeit bestmöglich ausüben zu können, beendete die dreifache Mutter sogar ihren Job als Bankangestellte.

Waltraud Walch – sie wurde 1995 Gemeinderätin und 2005 Gemeindekassierin – glaubt einen Grund zu kennen, warum relativ wenig Frauen in den Kommunen ganz vorn stehen: „Das hängt mit den Aufgaben in der Familie zusammen. Aber auch weil Frauen eine Scheu davor haben, solch führende Funktionen zu übernehmen.“ Sie wird konkreter: „Natürlich denkt man darüber nach, ob ich das überhaupt kann. Solche Fragen würden sich Männer wohl nie stellen.“ Was die Akzeptanz seitens der Bevölkerung betrifft, hat Walch keine Schwierigkeiten: „Ich war schon vorher durch meine vielen Funktionen in den Vereinen – beginnend von der Landjugend bis zur Frauenbewegung – bekannt.“ Zudem war sie bis vor kurzem Obfrau des Sportvereins.

Großes Verständnis

Seit die Kainachtalerin zur Bürgermeisterin gewählt worden ist, übt sie dieses Amt „mit hundert Prozent“ aus. Sie lässt wissen: „Es gibt für mich derzeit nur sieben Mal 24 Stunden für die Gemeinde und das ist nur mit Fleiß, Optimismus und dem großen Verständnis seitens der Familie möglich.“

Steirische Bürgermeisterinnen beim Bundespräsidenten

Im Dezember 2019 wurden die österreichischen Bürgermeisterinnen – im Bild die Frauen aus der Steiermark – vom Bundespräsidenten zu einem Empfang in der Hofburg eingeladen.

Für sich und ihre Amtskolleginnen nimmt sie in Anspruch, sich von ihren männlichen Mitstreitern in mehreren Punkten zu unterscheiden: „Ich glaube, dass wir Frauen bessere Zuhörer sind und ein großes Harmoniebedürfnis haben. Und wir sehen unsere Gemeinde mit anderen Augen, zum Beispiel bei Kinderthemen oder Schulangelegenheiten.“

Wahlziel

Für den 22. März hat sich Waltraud Walch – in ihrer Nachbargemeinde Wundschuh steht mit der ihr nicht verwandten Barbara Walch ebenfalls eine Frau an der Spitze – ein klares Ziel gesteckt: „Ich will für die ÖVP mehr Stimmen erreichen als bei der Wahl 2015.“ Leicht wird das nicht, schließlich kam die ÖVP damals auf 66,59 Prozent. Zudem kandidiert heuer mit den Grünen erstmals eine vierte Partei.

 

 

Beitragsbild: Michaela Lorber

 

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