Bauer der Woche: Stefan Strohrigl

von Karl Brodschneider

Der Wundschuher Jungbauer Stefan Strohrigl hat sich dem Anbau von Erdäpfeln, Zwiebel, Knoblauch und Rhabarber verschrieben.

 

Auf seinem Polo-Shirt prangt der Aufdruck „Gemüsebau Strohrigl seit 1924“. Auf diese lange Tradition ist Stefan Strohrigl aus Wundschuh stolz. „Mein Urgroßvater hat drei Joch Grund als Erbteil bekommen und mit Gemüse bestellt, das er in Graz verkauft hat“, erzählt er. Seine Großeltern waren dann Rinderbauern, seine Eltern Schweinebauern. Seit acht Jahren richtet er in gemeinsamer Arbeit mit Vater Ferdinand und Mutter Roswitha den Betrieb – in Ergänzung zum Erdäpfelanbau – voll auf Feldgemüse aus.

Heuer sind 23 Hektar mit Kartoffel, 16 Hektar mit Zwiebel, vier Hektar mit Knoblauch und ein Hektar mit Rhabarber bestellt. Mit der Ernte der Heurigen hat er vor gut zwei Wochen begonnen. „Bei uns werden die Erdäpfel in der Früh gegraben, zum fünf Kilometer entfernt liegenden REWE-Verteilerzentrum geliefert und sind schon am nächsten Tag im Geschäft“, macht der Jungbauer klar, was er unter den Begriffen „regional“ und „erntefrisch“ versteht.

Frost und Hagel

Das Wetter im heurigen Frühjahr hat ihn aber bereits große Sorgen bereitet. „Der Frost hat uns heuer gleich zweimal erwischt, dazu kam der Hagel.“ Besonders leid tut es ihm, dass es ausgerechnet drei Tage vor der erstmaligen Ernte seines Rhabarber-Feldes gehagelt hat. „Binnen kürzester Zeit war alles wie gehäckselt.“ Auch seine Zwiebel- und Knoblauchkulturen wurden teilweise vom Hagel zerstört. „Damit müssen wir Bauern leben“, merkt er traurig an.

Seine Freude am Gemüsebau entdeckte der Hatzendorf-Absolvent vor zehn Jahren bei einem Gemüsebaufacharbeiterkurs in Großwilfersdorf. In der Folge erlangte er sogar den Meisterbrief für Feldgemüsebau. Als Mitglied von „Die jungen WILDEN Gemüsebauern“ tauscht er sich ständig mit Gleichgesinnten aus und taucht immer tiefer in die Materie ein. „Die Zwiebel mag überhaupt kein Unkraut und ihr großer Feind ist – neben Hagel und Starkregen – der Falsche Mehltau.“ Auch der Knoblauch ist eine eigene Wissenschaft, in der es der Wundschuher schon zu hohen Ehren gebracht hat. Seit 2020 bietet er in Bauernläden auch die eigene Knoblauch-Butter und das Jungknoblauch-Pesto an. „Die Konsumenten lieben beides“, freut er sich.

Bald schon Hokkaidokürbis?

Stefan Strohrigl ist ein ständiger Tüftler. Direkt vor der Haustür hat er seinen eigenen Testacker, wo er derzeit Erfahrungen mit Hokkaido, Rote Rüben und Jungzwiebel sammelt. Aus einem anderen Test ist längst schon Vollbetrieb geworden. Die Trocknungsanlage wird mit Hackschnitzel beheizt, Sensoren steuern die Belüftung.

Die Familie Strohrigl betreibt aber nicht nur zwei eigene Biomasseheizanlagen, sondern ist auch Mitglied der örtlichen Wärmeliefergenossenschaft. Stefan selbst ist in Wundschuh Bauernbundobmann und Gemeinderat.

Zur Person

Stefan Strohrigl (30) wohnt in der Hauptstraße 10, 8142 Wundschuh. Die landwirtschaftlichen Kulturarten sind vor allem Erdäpfel, Zwiebel, Knoblauch und Rhabarber. Die Trocknungsanlage für Zwiebel und Knoblauch wird mit eigenen Hackschnitzel betrieben. Stefan Strohrigl ist auch Mitglied von „Die jungen WILDEN Gemüsebauern/bäuerinnen“, Gemeinderat und Bauernbundobmann. www.djwg.at

 

Foto: Brodschneider

 

Zum Thema passend

1 kommentieren

Richard Oberer 7. Dezember 2021 - 21:04

Stefan Strohrigl ist ein Guter!

Antwort

Einen Kommentar abgeben