Weichberger

Bäuerin der Woche: Gerlinde Pletz

von Ewald Wurzinger

Mit dem Kind zum Rind: die Bäuerin Gerlinde Pletz bringt mit einem neuen Programm Mensch und Tier zusammen und möchte Aufklärung schaffen.

Wie nähert man sich einer Kuh richtig und was kann das Verhalten eines Rindes zur Gesundheit von Kindern beitragen? Auf den Beziehungsaufbau zwischen Mensch und Tier hat sich Landwirtin Gerlinde Pletz vulgo Schirk nach ihrer Ausbildung zur Pädagogin und Fachkraft für Tier-gestützte Intervention spezialisiert und auf ihrem Biohof in Schwarzenbach am Größing die Idee zur „Herzensbildung am Bauernhof“ geboren. Dahinter steckt ein Programm zur Stärkung des Selbstbewusstseins von Kindern und Jugendlichen.

Begegnung am Bauernhof

„Es ist mir ein Anliegen, Kindern die Möglichkeit zu bieten, in entspannter Atmosphäre eine Mensch-Tierbeziehung Tieren aufzubauen. Das macht ihnen Freude, löst Glücksmomente aus und darüber hinaus werden sie seelisch gestärkt und ganzheitlich gefördert“, so die ausgebildete Kindergartenpädagogin und zweifache Mutter.

Sinnstiftende Aufgaben im Umgang mit Tieren wie zum Beispiel das Füttern und Pflegen würden Kinder aktiv werden lassen, was wiederum den Selbstwert stärke. Und ein Spaziergang mit dem Kalb motiviere zusätzlich zur Bewegung. „Kühe senden klare Körpersignale, die von ihnen oft leichter angenommen werden können als Worte von Menschen. Das Kalb läuft von mir davon. Warum? Was kann ich tun, dass es mir nicht davonläuft?“, so die Bäuerin. Es gehe darum, die Achtsamkeit auf der körperlichen, sozial-emotionalen und geistigen Ebene über den Beziehungsaufbau zu den Tieren zu fördern und sich mit dem Kreislauf der Natur vertraut zu machen.

Der Bio-Bauernhof der Familie liegt übrigens auf 1.050 Meter Seehöhe im steirischen Zirbenland. Hier betreibt Gerlinde Pletz mit ihrem Mann Rudolf in vierter Generation einen Heumilch-Betrieb mit 18 Hektar Grünland. Die gesamte Biomilch wird an die Obersteirische Molkerei geliefert. „Natürlich geht es auch um die Bewusstseinsförderung von Lebensmitteln und um Aufklärung in Sachen bäuerlicher Arbeit“, erzählt die Obersteirerin. Unterstützend zu den Milchkühen setzt sie übrigens gezielt auch ihre Hühner und Kaninchen ein, die sie für den Einsatz als Therapietiere fachkundig ausgewählt und ausgebildet hat. „Bauernhoftiere wirken stimmungsharmonisierend, fordern keine Leistung, werten nicht und haben Zeit. „Von ihnen können wir Menschen wohl noch wirklich viel lernen“, lacht die Landwirtin.

Zur Person

  • Gerlinde Pletz
  • vulgo Schirk
  • Schwarzenbach 7, Weißkirchen
  • Landwirtin und Pädagogin
  • schirkhof.at

Foto: kk

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