Jeder Schule ihren Garten

Agrarlandesrat Hans Seitinger will, dass junge Leute wieder verstärkt die wichtigen Zusammenhänge der Natur entdecken können.

„Wir müssen im Zeitalter des voranschreitenden Klimawandels und der Notwendigkeit einer sauberen Mobilität an nachhaltige Lösungen denken.“  – Hans Seitinger Agrarlandesrat

Wissenschaftliche Studien zeigen vermehrt, dass Kindern und Jugendlichen oftmals grundlegendes Wissen zu natürlichen Zusammenhängen in der Natur und auch zum Thema Lebensmittel fehlt. Gründe dafür seien, sagen die Forscher, einerseits die Zunahme von digitalen Unterhaltungsmöglichkeiten zu Hause und auch die Tatsache, dass immer mehr Menschen in Städten leben. Doch nicht nur das: Man empfiehlt auch in Schulen mehr zu tun, um Kinder und Jugendliche in Sachen Natur zu begeistern. Agrarlandesrat Hans Seitinger will nun dazu eine bemerkenswerte Initiative starten. Er schlägt vor, in Schulen Gärten anzulegen – wenn genügend Platz dafür vorhanden ist. Dort sollen Schülerinnen und Schüler persönliche Erfahrungen sammeln, wie sich Obst und Gemüse sähen und anbauen lassen. Außerdem sollen sie hautnah erleben, wie die Pflanzen wachsen und reifen. Für den Landesrat bietet all das die wichtige Chance, „dass dadurch junge Menschen entdecken, wie natürliche Prozesse in der Natur funktionieren und wie sich der Geschmack der Früchte aus den verschiedenen Wachstumsstadien heraus entwickelt.“ Seitinger schlägt in diesem Zusammenhang vor, dass sich heimische Gartenbaubetriebe zur Betreuung der Schulgärtenärten und zur Vermittlung des notwendigen Grundlagenwissens engagieren.

Das Projekt und sein praktischer Bezug hätten nach Ansicht des Landesrates den einmaligen Effekt, dass sich sowohl Lehrende als auch Schülerinnen und Schüler insgesamt noch mehr mit den Themen Ernährung, Geschmack und gesundheitsfördernde Stoffe auseinandersetzen. Seitinger will seine Garteninitiative nicht nur auf Schulen beschränken. Auch bei Wohnbauprojekten sei, sagt er, in Erwägung zu ziehen, „ob man nicht auch speziell in Städten mehr Gärten errichten kann.“ „Wir müssen im Zeitalter des voranschreitenden Klimawandels und der Notwendigkeit einer sauberen Mobilität an nachhaltige Lösungen denken“, so Seitinger. Bei Geschossbau-Initiativen sei es daher überlegenswert, einige Parkplätze einzusparen und stattdessen Hochbeete anzulegen, welche Mieter oder Eigentümer bewirtschaften können. „Das hätte den Vorteil, dass sich das zunehmend beliebte ‚Urban Gardening‘ weiterentwickeln kann und Familien ihren Kindern die Natur näher bringen können können“ – ist Seitinger überzeugt. Weil sich der Trend zum „Gartln“ in Städten stark entwickle, könnte dies – hofft der Landesrat – einen neuen Denkansatz bieten.

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Fotos: Fotolia.com; Fischer

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