Weichberger

Medientest auf dem Land

von Karl Brodschneider

 

Laut der Medienumfrage von NEUES LAND werden die verschiedenen Online-Informationskanäle nur zu einem relativ geringen Prozentsatz genützt.

Medien gehören zu unserem Alltag. Sie informieren und unterhalten. Ihre Vielfalt hat im digitalen Zeitalter ungeahnte Ausmaße angenommen, wobei das Nutzungsverhalten je nach Alter variiert. Generell kann gesagt werden, dass jüngere Menschen häufiger Online-Medien verwenden. Hingegen bevorzugen ältere Nutzer die klassischen Medien wie Print, Fernsehen und Radio.

Die Bauernbund-Wochenzeitung NEUES LAND wollte wissen, wie das Medienverhalten bei ihren Lesern ausschaut und führte unter den NL-Newsletter-Beziehern eine elektronische Umfrage durch. Knapp 200 Männer und Frauen aus der ganzen Steiermark nahmen daran teil. Somit ist das Ergebnis eine gute Situationsbeschreibung. 78 Prozent von ihnen bezeichnen sich selbst als regelmäßige Tageszeitung-Leser. 76 Prozent holen sich ihre Informationen regelmäßig auch aus Wochenzeitungen. 71 Prozent legen großen Wert auf Fachmagazine. Nachrichtensendungen im Fernsehen sind für 36 Prozent sehr wichtig und für 51 Prozent wichtig. Noch höher liegt dieser Wert für die Radio-Nachrichtensendungen (41 Prozent sehr wichtig, 51 Prozent wichtig).

Wenig in Verwendung

Spannend sind die Antworten auf die Fragen, welche Bedeutung die Online-Informationskanäle für die Leser haben. Facebook wird diesbezüglich von 13 Prozent als sehr wichtig und von 29 Prozent als wichtig eingestuft. Youtube spielt für 48 Prozent der Umfrage-Teilnehmer eine sehr wichtige beziehungsweise wichtige Rolle. Instagram fällt mit einer Zustimmungsquote von 20 Prozent (sehr wichtig beziehungsweise wichtig) schon deutlich ab. Der Kurznachrichtendienst Twitter, das Videoportal TikTok sowie der Instant-Messaging-Dienst Snapchat sind im bäuerlichen Bereich anscheinend kaum in Verwendung. Einzig diverse Blogs dürften fallweise eine bedeutende Anhängerschar haben.

Die relativ geringe Nutzung der verschiedenen Online-Medien erklärt auch die große Skepsis bei der Beurteilung ihrer Glaubwürdigkeit als Informationsquelle. Bei einer Einteilung in die drei Kategorien „vertrauenswürdig“, „weniger vertrauenswürdig“ und „gar nicht vertrauenswürdig“ liegt das Radio mit 76 Prozent „vertrauenswürdig“ auf Platz ein. Dahinter folgen die Tageszeitungen mit 74 Prozent „vertrauenswürdig“ und das Fernsehen mit 69 Prozent „vertrauenswürdig“. Umgekehrt werden in der Umfrage die meisten Online-Angebote regelrecht abgestraft. Für 72 Prozent ist TikTok „nicht vertrauenswürdig“. Ähnlich hohe Negativwerte haben Snapchat mit 71 Prozent, Twitter mit 66 Prozent und Instagram mit 61 Prozent.

Zukunft der Medien

Eines zeigt die Umfrage aber auch klar auf. Die gedruckten Medien werden auch in Zukunft ein bestimmender Teil unseres Alltags sein. Daran glauben fast vier Fünftel. 92 Prozent der Umfrage-Teilnehmer sind aber auch der Meinung, dass traditionelle Medien die Menschen nicht mehr uneingeschränkt erreichen. Besonders deutlich kommt heraus, dass die Berichterstattung über lokale und regionale Ereignisse in den Tages- und Wochenzeitungen ein Muss ist.  

Bei der NL-Medienumfrage hatte man auch die Möglichkeit für persönliche Anmerkungen. Ein Leser gab folgenden Tipp: „Wenn man gute Informationen haben will, soll man sich vor allem zwei Fragen stellen. Wer ist die Quelle und welche Absichten verfolgt diese?“

 

Beitragsfoto: stock.adobe.com

 

 

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