Von der Katastrophe zum Staatspreis

Ein Gewittersturm verursachte 2015 im Wald der Familie Pusterhofer enorme Schäden. Für die vorbildhafte Wiederaufforstung wurden sie nun ausgezeichnet.

Große Freude herrscht derzeit bei Familie Pusterhofer vulgo Hofmoar in Niklasdorf. Ihnen wurde nämlich am vergangenen Wochenende in Salzburg der Staatspreis für beispielhafte Waldwirtschaft verliehen. Leider ging dieser besonderen Auszeichnung ein dramatisches Ereignis voraus. Denn genau am 8. Juli 2015 verursachte ein verheerender Gewittersturm mit Orkanböen einen Windwurf auf einer enormen Fläche. Sohn Florian, der gemeinsam mit seinen Eltern Petra und Günter den Hof bewirtschaftet, dazu: „Innerhalb weniger Minuten wurde die Arbeit von Generationen zerstört.“

Windwurf, Aufnahme mit Drohne

Bereits kurz nach der Windwurf-Katastrophe begann die Familie Pusterhofer mit den Aufarbeitungsarbeiten. Foto: Privat

Borkenkäfer

Um Folgeschäden durch den Borkenkäfer zu vermeiden, begannen sie damals sofort mit der Aufarbeitung. Heute sind alle Flächen aufgeforstet und die Pflege verläuft vorbildhaft. Und für diesen Einsatz wurde die Familie Pusterhofer also mit dem Staatspreis belohnt. Der 23jährige Absolvent der Forstschule Bruck weiter: „Bei der Aufforstung haben wir auf Fichte, Lärche und Tanne gesetzt. Auch Ahorn, Vogelkirsche und Föhre dürfen bei uns im Wald nicht fehlen.“ Dadurch soll ein klimafitter Bestand für die Zukunft entstehen. Auch der gute Kontakt mit den örtlichen Jägern der Gemeindejagd ist ihnen wichtig. Durch einen erhöhten Jagddruck möchte man den Wildschaden so gering wie möglich halten.

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Innerhalb weniger Minuten wurde die Arbeit von Generationen zerstört

Insgesamt legt man bei der Familie Pusterhofer sehr großen Wert auf Forstwirtschaft, so Florian: „Neben der Landwirtschaft – wir führen auch einen Milchviehbetrieb mit rund 40 Rindern und angeschlossener Ochsenmast – erzielen wir rund 50 Prozent unseres Einkommens aus dem Wald.“ Zusätzlich zur Belieferung der Sägeindustrie, dient der Forst auch als Wärmequelle für die eigene Hackgutheizung und überdies als Baustofflieferant. Der engagierte Landwirt: „Unsere gesamten Gebäude wurden aus eigenem Holz gezimmert. Auch das Holz für den Tischler, der unsere Möbel herstellt, stammt von uns.“

In seiner Freizeit schlägt das Herz von Florian Pusterhofer für die Landjugend: „Insgesamt war ich drei Jahre Ortsgruppenobmann, jetzt mit ich Mitglied des Bezirksvorstandes.“ Ein Video über Familie Pusterhofer finden Sie hier.

Der Staatspreis

Der Staatspreis für beispielhafte Waldwirtschaft gibt es seit 1994. Er ist Anlass dafür, die besten Ideen auszuzeichnen und die Arbeit der Waldbäuerinnen und Waldbauern einem größeren Publikum vorzustellen. Der Preis steht für das Aufzeigen der vielfältigen Möglichkeiten, aus dem Wald gleichzeitig naturverträglichen und wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen. Auch dafür, das Selbstverständnis der Waldbäuerinnen und -bauern zu stärken und den Stellenwert der bäuerlichen Waldwirtschaft zu erhöhen, damit das Ökosystem Wald auch für zukünftige Generationen erhalten bleibt.

Beitragsbild: Doris Wild/wildbild

 

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