Hier sind echte Profis am Werk

von NEUES LAND

24.500 steirische Jägerinnen und Jäger sorgen dafür, dass der gesetzliche Abschussplan erfüllt wird. Dies wird streng kontrolliert.

In diesen Tagen und Wochen finden landesweit die sogenannten Pflichttrophäenschauen statt. Dabei wird von speziell geschulten Bewertungskommissionen wertvolle Arbeit geleistet. Sie überprüfen, ob die vorgelegten Trophäen beziehungsweise die Unterkiefer bei weiblichen Tieren dem Alter der gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Denn über einen behördlichen Bescheid ergeht an jedes der rund 2500 Reviere in der Steiermark der Auftrag, eine bestimmte Anzahl der jagdbaren Wildarten zu erlegen, aufgeteilt nach Geschlecht und vorgegebenen Altersklassen.

Landesjägermeister Franz Mayr-Melnhof-Saurau dazu: „Das Interesse an Wildtieren ist generell gestiegen. Sie sind Teil unserer Kulturlandschaft, gleichzeitig schrumpfen die ungestörten Rückzugsgebiete. Der Spagat zwischen möglichst intakten Sozialgefügen bei unseren Wildtieren, den Interessen der Land- und Forstwirtschaft und der notwendigen Reduktion im Sinne eines ganzheitlichen Wildtiermanagements ist eine Herkulesaufgabe, die unseren Jägern jedes Jahr gesetzlich aufgetragen wird und die verantwortungsvoll und mit viel fachlichem Knowhow erfüllt wird. Als Augen und Ohren unserer heimischen Natur stehen wir gerne als Ansprechpartner zur Verfügung, wenn es um Fragen rund um Wildtiere und ihre Lebensräume geht.“

Nicht nur die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben wird bei diesen Bewertungen kontrolliert. Sie liefern auch wichtige Anhaltspunkte darüber, ob Wilddichte und Qualität des Lebensraumes noch passen. Ein gut entwickeltes Geweih beim Rehbock oder beim Rothirsch ist ein wichtiger Indikator im flächendeckenden Monitoring. Nur Wildtiere, die sich trotz des allgegenwärtigen Menschen auch „wohl fühlen“, können es sich leisten, jedes Jahr in ein gut entwickeltes Geweih zu investieren. Stress durch zu hohe Wilddichten, ständige Beunruhigung oder nicht geeignete oder fehlende Flächen zur Futteraufnahme lassen sich an der Trophäenentwicklung, aber auch am Gewicht der erlegten Wildtiere ablesen und genau auswerten. Auch bei Hornträgern wie dem Gamswild lässt sich anhand des jährlichen Kruckenwachstums nicht nur das Alter, sondern auch der Gesundheitszustand ablesen.

Verlässliche Partner

Dass hier sehr gute Arbeit geleistet wird, bestätigt auch die für die Jagd zuständige Landesrätin und Jägerin Simone Schmiedtbauer: „Die steirischen Jägerinnen und Jäger leisten einen enormen Beitrag zu einem Umweltschutz mit Hausverstand. Sie pflegen die über Jahrhunderte gewachsene Jagdkultur als wichtigen Teil unserer ländlichen Lebensform und investieren viel Zeit, Ressourcen und Liebe in den Erhalt unserer Natur.“ Das kommt am Ende des Tages sowohl jagdbaren als auch nicht jagdbaren Arten zugute. Schmiedtbauer weiter: „Unsere rund 24.500 Jägerinnen und Jäger haben sich als verlässliche Partner im Wildtiermanagement und im Kampf gegen den Biodiversitätsverlust erwiesen, und das wird auch in Zukunft so bleiben. Das beweisen die aktuell stattfindenden Pflichttrophäenschauen in der ganzen Steiermark. Ich danke allen Kolleginnen und Kollegen, die ihre Freizeit dafür investieren, den Abschussplan bestmöglich zu erfüllen und damit einen wichtigen Beitrag zu gesunden Wäldern, einer intakten Natur und einem gesunden Wildbestand leisten.“

Anlässlich der Trophäenschauen wird nur ein geringer Teil des erforderlichen und im gesetzlichen Auftrag erfolgten jagdlichen Eingriffe sichtbar. Im vergangenen Jagdjahr belief sich der Gesamtabgang bei Rotwild in der Steiermark, tot aufgefundene Stücke eingerechnet, auf insgesamt 12.776 Stück, davon sind nur 18,7 Prozent Trophäenträger.

Beim flächendeckend in der Steiermark vorhandenen Rehwild beträgt dieser Gesamtabgang 67.024 Stück, davon fielen 6760 Stück dem Verkehr zum Opfer und weitere 6971 wurden aus anderen Ursachen tot aufgefunden. Der Anteil der Rehböcke als Trophäenträger beläuft sich hier auf 19,8 Prozent.

Beitragsfoto: Steirische Landesjägerschaft

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