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Schwierige Situation am Schweinemarkt

von Karlheinz Lind

Eingeschränkte Exportmöglichkeiten und hohe Futterkosten stellen die steirischen Schweinehalter vor enorme Herausforderungen am Schweinemarkt.

Wieder einmal haben steirische Bauern mit enormen Herausforderungen zu kämpfen. Hohe Futterkosten belasten nicht nur die Geflügelhalter, sondern haben auch negative Auswirkungen auf die heimische Schweinbranche und den Schweinemarkt. Kurt Tauschmann, Obmann der Erzeugergemeinschaft Styriabrid, bringt es gleich eingangs auf den Punkt: „Die Preise für Mais, Getreide und Soja liegen weit über denen der letzten Jahre. Diese höheren Kosten werden jedoch über den Schweinepreis nicht abgegolten.“

Schweinepreis

Ganz im Gegenteil: der Basispreis für Mastschweine ist in den letzten Monaten sogar gesunken. Den Grund dafür sieht Tauschmann am internationalen Markt: „Da spielen mehrere wichtige Faktoren zusammen. China, der bisher größte Importeur von europäischen Schweinefleisch, hat seine eigene Produktion massiv ausgeweitet und importiert somit weit weniger. Gleichzeitig hat Spanien die Schweinebestände aufgestockt und ist in Europa zum Schweineerzeuger Nummer eins geworden.“ Innerhalb eines Jahres stieg der Selbstversorgungsgrad bei Schweinefleisch in Europa von 125 Prozent auf 132 Prozent. Dieser Mengendruck und der erste Fall der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in einem Hausschweinebestand in Deutschland haben zu starken Marktverwerfungen geführt. Denn dadurch darf Deutschland kein Schweinefleisch mehr nach Asien liefern.

Im Hinblick auf die aktuelle Preisgestaltung bei Mastschweinen kann Tauschmann auf ein historisches Ereignis verweisen: „Grundsätzlich orientiert sich unser Mastschweinepreis am deutschen Markt. Durch die gute Zusammenarbeit von Produzenten, Schlachthöfen und dem Handel sowie das AMA-Gütesiegel bekommen die österreichischen Bauern derzeit knapp 30 Cent mehr pro Kilogramm als ihre deutschen Kollegen.“

Druck auf Ferkelerzeuger

Ebenfalls unter Druck stehen die Ferkelproduzenten im Land. Aufgrund der hohen Maispreise stellen einige Mäster derzeit keine Ferkel ein und verkaufen ihre heurige Ernte. Dies bestätigt auch Landeskammerrat Josef Kaiser, Ferkelproduzent in Weitendorf: „Ich arbeite bereits seit Jahren mit Mästern zusammen, die meine Ferkel fix abnehmen. Aber auf vielen Betrieben stehen derzeit Ferkel, die nicht abgenommen werden.“ In diesem Zusammenhang lobt Kaiser die Bemühungen der Erzeugergemeinschaft Styriabrid: „Durch diese wichtige Vermittlungstätigkeit kann meist für alle Ferkel ein Mastplatz gefunden werden.“

Styriabrid-Obmann Kurt Tauschmann appelliert deshalb an alle Mäster: „Man muss als Mäster kontinuierlich produzieren und nicht spekulieren.“ Außerdem fehlt diesen Betrieben die Gülle für den Frühjahrsanbau. Durch die derzeit stark steigenden Düngermittelpreise könnte diese Situation rasch zu hohen finanziellen Einbußen führen.

Insgesamt will man in der Schweinebranche stärker in Tierwohlställe investieren. Tauschmann abschließend: „Es wird zwar immer gefordert und wir wären dafür bereit, aber bezahlen will es niemand.“

Beitragsfoto: agrarfoto.com

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