Rekordkühe am Hof

Österreichweit einzigartig: Am Betrieb Riegler steht derzeit ein Kuhquartett mit einer Lebensleistung von jeweils über 150.000 Kilogramm Milch.

Mit den Worten „Züchter aus Leidenschaft“ kann man Thomas Riegler aus Mitterberg in Langenwang wohl am besten beschreiben. Bereits seit seiner Schulzeit hat sich der Hafendorf-Absolvent der Rinderzucht verschrieben und somit einen erfolgreichen Weg eingeschlagen. Nun lässt er mit einer außergewöhnlichen Leistung aufhorchen: Derzeit stehen vier Kühe – drei der Rasse Holstein und eine der Rasse Braunvieh – mit einer Lebensleistung von jeweils über 150.000 Kilogramm Milch am Betrieb. Der Züchterprofi dazu: „In Österreich sind wir derzeit sicherlich der einzige Betrieb, der diese Zuchtleistung aufweisen kann.“ Und darauf ist er auch sichtlich stolz, liegt doch die durchschnittliche Lebensleistung bei Holsteinkühen bei 31.154 Kilogramm Milch im Kontrolljahr 2017. Riegler: „Neben einem optimalen Herdenmanagement benötigt man auch Beharrlichkeit und eine Portion Glück, damit man dieses Ziel erreichen kann.“ So etwa werden Kühe bei späteren Nachstieren am Betrieb Riegler nicht sofort ausgemerzt, sie erhalten sogar einen eigenen Stallplatz, um sich auf die nächste Laktation vorbereiten zu können.

Grundsätzlich legt man das Hauptaugenmerk auf die Tiergesundheit und nicht nur auf Leistungssteigerung. „Unser Herdendurchschnitt in Sachen Leistung liegt bei der Rasse Holstein, das sind rund drei Viertel aller Kühe, bei knapp 12.000 Kilogramm und beim Braunvieh bei rund 10.700 Kilogramm.“ Riegler will nicht prinzipiell die Leistung weiter steigern, sondern die Nutzungsdauer verlängern.

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Zuchtschauen

Auf 800 Metern Seehöhe liegt der Rinderzuchtbetrieb Riegler vulgo Jogerbauer in der Gemeinde Langenwang. Mit herrlichem Blick auf Krieglach werden dort 120 Rinder gehalten, 60 davon sind Kühe.

Bereits seit Jahren ist der Betrieb Riegler von unzähligen Rinderschauen bekannt. Thomas: „Als Züchter zählt der Besuch von diesen Tierpräsentationen zu meinen größten Hobbys. Bei der großen Steiermarkschau im November 2016 waren wir mit insgesamt elf Tieren vertreten.“ Als größtes Highlight nennt Riegler den Besuch einer Tierausstellung in Frankreich. Dabei wurde vom Verband Holstein Austria der 1000-Kilometer-Tier-Transport mittels LKW organisiert. Leider findet Riegler in den letzten Jahren immer weniger Zeit für solche „Ausflüge“: „Mein Arbeitstag startet um fünf Uhr morgens und endet im Normalfall um 20 Uhr am Abend.“ Im Sommer wird das Grundfutter eingebracht und im Winter im Wald gearbeitet.

Der Betrieb

Rund 60 Kühe werden derzeit am Betrieb auf rund 800 Meter Seehöhe mittels eines doppel-vierer Fischgrät-Melkstandes gemolken, insgesamt 120 Rinder in einem Kaltstall gehalten. Geliefert wird an die Obersteirische Molkerei. Gemeinsam mit Gattin Maria, den beiden Söhnen Tobias (7) und Lukas (4) und der Unterstützung von den Eltern Elisabeth und Franz werden 50 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche (Eigengrund und Pacht) bewirtschaftet. „Da wir die auch Pachtflächen im Tal haben, können wir dort fünf Mal mähen. Auf höhergelegenen Standorten im Hofbereich hingegen nur drei Mal.“ Beim Silieren wird der eigene Erntewagen eingesetzt, die Maissilage wird mittels Lohnunternehmer gehäckselt. Gefüttert wird mittels aufgewerteter Mischration und Kraftfutterzuteilung aus dem Transponder.

 

Fotos: Privat

 

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